Klassik:"Ich bin keine Königin"

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Klassik: Unverkennbar ein Mann, singt aber so gut wie die besten Sopranistinnen: Bruno de Sá.

Unverkennbar ein Mann, singt aber so gut wie die besten Sopranistinnen: Bruno de Sá.

(Foto: Laure Bernard/Parlophone Record)

Hat je ein Mann derart hoch, hell und tonschön gesungen, derart leicht und verführerisch, derart rasant und akkurat? Bruno de Sá ist Sopranist - und will die großen Frauenrollen der Oper singen.

Von Reinhard J. Brembeck

Bruno de Sá kommt gut gelaunt wie ein Conférencier auf die Illusionsbühne des Bayreuther Barockopernhauses. Der vor 32 Jahren in São Paulo geborene Sänger, er lebt seit 2020 in Berlin, ist von zierlicher Gestalt, Wuschelhaar, Bart. Er trägt einen dunklen Anzug mit weißem Streifen, dazu ein weißes Rüschenhemd - und triumphiert. Hat je ein Mann derart hoch, hell und tonschön gesungen, derart leicht und verführerisch, derart rasant und akkurat? Hat je ein Mann, und vom Timbre her ist er trotz seiner frappanten Höhe ganz zweifellos ein Mann, derart verspielt schier endlose Auszierungen ziseliert? Bruno de Sá aber kann nicht nur Virtuoses begeisternd, in langsamen, sich in die Tiefen des Gefühls schraubenden Nummern ist er unschlagbar. Da vergisst der Hörer vor Faszination das Atmen. Bruno de Sá ist Sehnsucht, Leidenschaft und aufgewühlte Tiefe. Und natürlich bringt er auch das Bayreuther Publikum zum Jubeln.

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