Die ganze Geschichte mit der Nase hätte sich der amerikanische Schauspieler Bradley Cooper besser gespart. Cooper spielt in seinem neuen Film "Maestro", der Ende des Jahres bei Netflix zu sehen sein wird, den 1990 verstorbenen Dirigenten und Komponisten Leonard Bernstein ("West Side Story"), und als unlängst Fotos veröffentlicht wurden, sah man darauf Cooper mit einem modellierten Riesenzinken. Das Netz tobte: Die Nase sei ein Stereotyp, und werde sie, wie in diesem Fall, auch noch von einem Mann in Szene gesetzt, der anders als Bernstein gar kein Jude ist, sei das "Jewfacing" - im Anklang an das als rassistisch bewertete "Blackfacing", was meint, dass ein weißer Schauspieler sein Gesicht schwarz anmalt für eine Rolle. Bernsteins Kinder beeilten sich, Cooper zu verteidigen - ihr Vater habe tatsächlich eine große Nase gehabt. Allerdings werden bei vielen Menschen im Alter die Nasen größer, und Bernsteins Nase wurde erst so richtig prominent, als schon die legendäre weiße Mähne sein Haupt zierte - Cooper hätte den jungen Bernstein also mühelos ohne falsche Nase spielen können.
Kino:Der Posterboy, der keiner sein will
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Bradley Cooper spielt den jüdischen Komponisten Leonard Bernstein - und verursacht einen Skandal, weil er sich für die Rolle unnötig die Nase hat vergrößern lassen.
Von Susan Vahabzadeh
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