Tanz:Mal schillernd, mal verstaubt

Tanz: Bobbi Jene Smith zitiert sich in ihrer Basler Arbeit unbekümmert durch die Kulturgeschichte.

Bobbi Jene Smith zitiert sich in ihrer Basler Arbeit unbekümmert durch die Kulturgeschichte.

(Foto: Jubal Battisti)

Die Choreografin Bobbi Jene Smith führt in Basel ihr Stück "Marie und Pierre" auf.

Von Dorion Weickmann

Der "Bal des Folles" war eine Pariser Institution des 19. Jahrhunderts, nicht weniger spektakulär als jedes Opern-Event. Einmal im Jahr öffneten sich die Türen der psychiatrischen Klinik La Salpêtrière, tout Paris strömte herbei, um mit den Insassen das Tanzbein zu schwingen. Zu den Ärzten, die das berühmte Krankenhaus zum Zweck der Weiterbildung aufsuchten, gehörte auch Sigmund Freud. Seine Wiener Heimat, die Pariser Kulturschickeria, das Fin de Siècle, die Femmes fatales der Jahrhundertwende - all das geistert durch den Zweiteiler "Marie und Pierre" am Basler Theater. Die Choreografie von Bobbi Jene Smith, Auftakt der neuen Tanzdirektion von Adolphe Binder, lässt die neuronale Fantasiemaschine im eigenen Kopf heiß laufen und löst einen gewaltigen Assoziationsstrom aus. Was reizvoll ist, aber passagenweise auch problematisch.

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