Bob Dylan:Nichts ist ernst, nicht einmal der Tod

Albumveröffentlichung ´Rough And Rowdy Ways" - Sänger Bob Dylan

Anstatt während der Corona-Monate ins Tagebuch zu schluchzen, ist Dylan vernünftigerweise in sich gegangen und mit zehn Dylan-Stücken wieder herausgekommen.

(Foto: dpa)

Bob Dylan geht stramm auf die 80 zu, aber wie böse, versponnen und verspielt - kurz: wie jung - er immer noch ist, das ist seinem neuen Album anzuhören.

Von Willi Winkler

Einer der schönsten Songs von Bob Dylan stammt gar nicht von ihm, sondern von Jimmy Buffett: "A Pirate Looks at Forty". Dylan hat das Lied einmal im Duett mit Joan Baez gesungen, 1982, bei einem Konzert für nukleare Abrüstung. Es ist die vertraute Klage übers Älterwerden, das verpfuschte Leben zu Wasser und zu Lande, wenn die Kanonen rosten und es nichts mehr zu plündern gibt, dazu die hart erkämpfte Einsicht, dass er für den Beruf des Piraten bereits zweihundert Jahre zu spät dran ist. Er wird sich, ein Trost immerhin, jüngeren Frauen zuwenden. Joan Baez, eine seiner verlassenen Frauen, steht daneben, koloratiert aus Leibeskräften dazu und souffliert ihm lächelnd beim Text.

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