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Blasmusik:Von Australien bis Aying

Neues von "La Brass Banda", der internationalsten Band Bayerns

Von Michael Zirnstein, Truchtlaching

La Brass Banda ist die internationalste Band Bayerns. Nach ihrer "Around The World"-Tour von Vietnam über Brasilien und die USA bis nach Marokko 2017 war sie heuer schon wieder weltweit unterwegs: Thailand, Kambodscha und Australien. Was nach Urlaub klingt, war gewiss wieder eine Gaudi, aber auch Profi-Arbeit. In Australien begleiteten Stefan Dettl und seine Truppe die Ska-Band Caravaña Sun, welche sie wiederum eine Weile auf ihre Bierzelttour in Bayern mitnahmen. Dass der Truchtlachinger Trompeter und seine vor 13 Jahren im Chiemgau gestartete Turboblaskapelle längst über Bayern hinausgewachsen sind, sieht man auch an der Ankündigung ihres neuen Albums. Darin betont die neue, in Berlin ansässige Plattenfirma Universal Music, die die Münchner Sony Music abgelöst hat, dass La Brass Banda auch dort gern gehört würde, wo man sie nicht versteht, und übersetzt sicherheitshalber den Titel der gerade erschienenen Single: "Danzn (Bayerisch für Tanzen)". Auch wenn es Dettl als Sänger eher um den Flow geht, hat er auch diesmal etwas zu sagen, einen alten Pop-Topos: Der freischaffende Künstler versetzt sich in dem Stück in die Rolle eines Büromenschen, der sich in eine Disco hineinträumt: "Beim Danzn spür i di ganze Woid/ seh'n muas i sie net." Dazu viel "nananana" und der von La Brass Banda so perfektionierte Soul-Druck. Die Single ist die Titelmusik für die Kinokomödie "Eine ganz heiße Nummer 2.0" und versetzt Gisela Schneeberger und den Stöckelschuh-Travolta Jorge González in Extase.

Nach der "Around The World"-Tour ist vor der "Around The World"-Tour: Stefan Dettl (Mitte) und seine Band kündigen ihre neue CD "Danzn" an.

(Foto: Steph Wimmer)

Dabei wird es freilich nicht bleiben: Am 31. Januar soll das gleichnamige Album erscheinen, das wieder eine Kuh auf dem Cover trägt, diesmal mit Discokugel um den Hals statt einer Glocke. Es soll also verstärkt getanzt werden bei den Konzerten, und das deutschlandweit in den großen Hallen. Bei drei Konzerten in Hamburg, Leipzig und München (18. Dezember 2020, Olympiahalle) wiederholen die Chiemgauer die erfolgreiche Doppelnummer vom Königsplatz vom Juni und treten mit den Österreichern Seiler & Speer auf.

Fans können die Platte schon vorbestellen, auch zusammen mit Tickets für zwei Konzerte bei Dampferfahrten auf dem Chiemsee (5. und 6. Juni 2020). Wer so lange nicht warten mag, kann die sieben Musiker an diesem Freitag (20 Uhr) auf der Bräu-Kirta in Aying erleben. Da werden sie erfahrungsgemäß schon neue Stücke auf ihre Tanzbarkeit hin testen. Und das "in einem der schönsten Bierzelte Bayerns", wie Dettl versichert. Sie wissen halt immer noch, wo sie hingehören.

© SZ vom 11.10.2019
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