Bilderbuch:Hexe an der Orgel

Ole Könnecke, Dulcinea im Zauberwald

Illustration aus Ole Könnecke: Dulcinea im Zauberwald, Hanser Verlag 2021.

Dulcinea zieht los, um im Wald Blaubeeren zu suchen - und ihren verzauberten Vater.

Von Ulrike Schultheis

In "Dulcinea im Zauberwald" (Hanser 2021, 16 Euro), seinem neuesten Buch, entführt uns Ole Könnecke in ein spannendes Zaubermärchen. Diesmal ist die Geschichte mit 64 Seiten, großer Schrift und natürlich vielen humorvollen Bildern auch für Erstleser und zum Vorlesen gedacht. Dulcinea liebt ihren Papa, und ihr Papa liebt seine Tochter. Es gibt nur ein Verbot, bei dem er keine Gnade kennt: Der dunkle Wald ist gefährlich und absolut verboten. Denn dort wohnt eine böse Hexe. Es hat sie zwar noch niemand gesehen, aber "jeder weiß, dass es sie gibt.' Doch als der Vater für Dulcineas Geburtstagspfannkuchen die Blaubeeren vergessen hat, begibt er sich genau dorthin auf die Suche. Dulcinea wartet lange, voller Sorge macht sie sich schließlich trotz aller Warnungen auf den Weg. Es wird doch nichts passiert sein? Da kommt sie an einem seltsamen Baum vorbei, der wie verzaubert dasteht. An seinem Hut, seinem Schnurrbart und seinen sanften Augen erkennt sie ihren Vater sofort. Das war sicher die Hexe! Von der lässt sich Dulcinea doch nicht ihren Geburtstag verderben! Unerschrocken kämpft sie sich durch den unheimlichen Zauberwald, überquert den gefährlichen Burggraben voller Ungeheuer, klettert an den Weinranken die Burgmauer hoch - und da ist sie, die fiese Hexe. Sie sitzt an einer Orgel und jault begeistert ein Lied. Und vor ihr am Boden liegt das Zauberbuch. Klar, dass Dulcinea gewitzt die Hexe übel austricksen, das Zauberbuch an sich reißen und, verfolgt von den Ungeheuern des Waldes, zurück zu ihrem Vater rennen kann. Und natürlich gibt es ein Happy End mit jeder Menge Blaubeeren, Luftballons und sprechenden Tieren, die Witze erzählen. Schließlich hat Dulcinea ja jetzt ein Zauberbuch. Nur die Pfannkuchen muss der Vater selber backen, denn das kann keiner so gut wie er! Obwohl diese Geschichte richtig spannend und manchmal sogar ziemlich gruselig ist, gelingt es Ole Könnecke mit seinem Understatement-Sprachwitz, seiner Unaufgeregtheit und seinen humorvollen Bildern, den jungen Lesern die Angst vor dem Unheimlichen zu nehmen und sie in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken.

© SZ vom 18.06.2021
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