Bilderbuch Dinos neu sortiert

Ein Junge träumt als Dinosaurier-Experte davon, einmal selbst aus unsortierten Knochen ein Urzeit-Monster zusammenzubasteln.

Von Catrin Lorch

Bilderbuch ist, wenn sich Text und Bild wirklich die Waage halten. Wenn die Neugier über die Seiten schweift, weil die Sätze genauso sitzen wie die Skizzen. Ein Buch von dieser Qualität ist "Joris puzzelt einen Dino" von Harmen van Straaten. Held ist ein streberhafter Typ mit Brille, Sommersprossen und Ringelschal, ein Nerd, der sich beim Puzzeln von seinen Erfolgen im Wettbuchstabieren erholt. Als Dinosaurier-Experte träumt er davon, einmal selbst aus unsortierten Knochen ein Urzeit-Monster zusammenzubasteln, und lässt sich deswegen, ausgerüstet mit Zollstock und Taschenlampe, abends im Museum einschließen. Allerdings geraten die Skelette ausgerechnet in der Nacht ins Wanken. Und es ist an Joris, den Knochenberg wieder in museumswürdige Ordnung zu bringen.

"Joris puzzelt die ganze Nacht. Es ist viel schwieriger als gedacht", heißt es im leichten Tonfall des langen Gedichts, der gut zu den munter kolorierten Zeichnungen passt; auch wenn man vermutet, dass sich die Geschichte im niederländischen Original stellenweise pointierter angehört hat. Das letzte Bild ist dann das schönste. Joris, der Nerd, hat es doch nicht ganz geschafft: "So mancher Dino hier im Saal ist so anders auf einmal", heißt es zum Wimmelbild, das eine Halle voll falsch zusammengesteckter Skelette ausmalt: Vielbeiner, Fratzen, Kopffüßler - ein Dino jongliert sogar mit einem Glas, in dem Goldfischgräten schwimmen. (ab 4 Jahre)

Harmen van Straaten: Joris puzzelt einen Dino. Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2019. 32 Seiten, 16 Euro.