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Bilderbuch:Die Wahrheit ist wertvoller als Gold

Die goldene Schildkröte

Illustration aus Paul Maar/Eva Muggenthaler: Die goldene Schildkröte.

(Foto: Verlag)

Paul Maar und Eva Muggenthaler lösen das Rätsel auf dem Rücken der Schildkröte, die unbedingt wissen möchte, was die goldene Schrift bedeutet - aber keines der Tiere kann lesen.

Von Heike Nieder

Prinzessinnen haben gemeinhin viele wertvolle Dinge - meistens aus Gold. Eine Krone zum Beispiel. Manchmal auch eine Kugel. Prinzessin Bea hat die Schildkröte Roswitha. Weil sie ihr so wertvoll ist, hat die Prinzessin den Panzer des Tieres vom Hofmaler goldfarben anmalen lassen. Roswitha liebt ihren prachtvollen Rücken. Sie legt sich mit Vorliebe in den Schlosshof, weil er dann im Licht der Sonne besonders schön glänzt.

Eines Tages begegnet sie der Katze Lilli, die ihr sagt, dass da irgendwas auf ihrem Panzer draufstünde. Roswitha ist ganz aufgeregt und will unbedingt wissen, was. Aber die Katze sagt, sie könne leider nicht lesen und ihr deshalb nicht helfen. Genauso wenig wie all die anderen Tiere, die Ros-witha noch befragt: den Pudel, die Pferde, die Schweine und die Ratte. Doch dann gerät sie anscheinend in Gefahr - die sie schließlich zu der Lösung des Rätsels führt.

"Die goldene Schildkröte" ist ein Bilderbuch von Paul Maar mit Illustrationen von Eva Muggenthaler. Der inzwischen 83-jährige Autor schreibt und dichtet nach wie vor - und bleibt dabei ungeheuer vielfältig. Im vergangenen Jahr sind neben dem vorliegenden Bilderbuch außerdem sein autobiografischer Roman "Wie alles kam" erschienen, und der zehnte "Sams" - Band. Er könne innerhalb seines Berufes herrlich abwechseln, wenn er nur all seine Möglichkeiten ausschöpfe, erklärte Paul Maar einmal. "Hätte ich den Auftrag, hintereinander drei Kinderbücher für dieselbe Altersgruppe zu schreiben, würde ich mich tatsächlich dabei langweilen." Wobei man bei "Die goldene Schildkröte" unbedingt die Illustrationen Eva Muggenthalers gesondert erwähnen muss. Sie erzählt mit ihren Bildern eine ganz eigene Version der Geschichte, und wer genau hinschaut, findet viele Details zum Draufloslachen: Wieso liegen eigentlich überall Zeitungen herum, wenn die Tiere doch alle angeblich nicht lesen können? Selbst die kleinste Fliege streckt ihren Fliegenrüssel in ein Buch. Und wen lernt die weiße Made kennen, als sie das Atelier des Hofmalers besucht? Der steht nämlich mit einem Fuß auf der weißen Farbtube und quetscht einen Wurm aus ihr heraus, der Made gar nicht unähnlich. Ein Buch zum Lachen und Nachdenken - genau richtig für jeden Kindergarten. (ab 4 Jahre)

Paul Maar, Eva Muggenthaler: Die goldene Schildkröte. Oetinger Verlag 2020. 32 Seiten, 14 Euro.

© SZ vom 12.03.2021
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