bedeckt München

Bilder:Betongiganten

Jetzt, wo der Baugrund knapp wird und die Mieten steigen, lassen sich die grauen Riesen in deutschen Innenstädten nutzen: Als Kirchen, Clubs, Apartmenthäuser oder Ausstellungsräume.

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Hamburger Musikbunker

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Quelle: Hiepler und Brunier

Bauzeit: Der Bunker an der Hamburger Feldstraße wurde im Jahr 1942 von Zwangsarbeitern in 300 Tagen erbaut. Zwischen April und Oktober 1942 soll der Bunker fertiggestellt worden sein.

Baumaterial: 260 000 Tonnen Stahl, 100 000 Kubikmeter Beton.

Wie viele Menschen Platz fanden: Im Bunker waren 18 000 Schutzplätze eingerichtet, auf denen sich nach Augenzeugenberichten oft bis zu 30 000 Personen drängten.

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Hamburger Musikbunker

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Quelle: Hiepler und Brunier

Baukosten im Krieg: Sind nicht bekannt - der baugleiche Bunker im Berliner Tiergarten hat 45 Millionen Reichsmark gekostet.

Umbau: Der Beginn der Arbeiten ist für Mitte 2016 geplant, die Fertigstellung für Ende 2017.

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Hamburger Musikbunker

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Quelle: Hiepler und Brunier

Nutzung: Aktuell wird der ehemalige Flakbunker als Musik- und Medienbunker von Hamburger Musikschulen, dem "Ensemble Resonanz", dem Club "Uebel & Gefährlich", mehreren Tonstudios und einem Musikfachhandel genutzt. Auf dem Dach sind ein öffentlich zugänglicher Park und eine Gedenkstätte geplant.

Baukosten des Umbaus: Voraussichtlich 25 bis 30 Millionen Euro.

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Gehobenes Wohnen in München

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Quelle: Hiepler und Brunier

Bauzeit im Krieg: Zwischen 1942 und 1943.

Wie viele Menschen fanden darin Schutz: Maximal 650 Personen. Nach dem Krieg sollte der Bunker bei möglichen atomaren oder chemischen Angriffen als vollständig abgedichteter Fluchtort dienen.

Planungsbeginn: Mai 2010.

Bauzeit: Februar 2012 bis Dezember 2013.

Architekten: "Raumstation Architekten", Starnberg.

Wie viel Tonnen Stahlbeton mussten für den Umbau entfernt werden: 2000.

Wandstärke: Zwei Meter.

Nutzung: Vier Wohnungen, Büro mit Ausstellungsfläche.

Baukosten: Fünf Millionen Euro.

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Gotteshaus in Düsseldorf

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Quelle: Hiepler und Brunier

Beschlagnahmung des Grundstücks: 1940 durch die Nationalsozialisten.

Bauzeit: Zwischen 1941 und 1942.

Wie viele Menschen darin Schutz fanden: 2300.

Baukosten: Sind nicht bekannt.

Wandstärken: Die Wände sind 1,20 Meter dick, die Decke 2,70Meter.

Schäden während des Kriegs: Der Bunker wurde mehrmals von Bomben getroffen, aber nicht schwer beschädigt.

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Gotteshaus in Düsseldorf

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Quelle: Hiepler und Brunier

Beginn des Umbaus zur "stabilsten Kirche der Welt": 1947 nach den Plänen von Dombaumeister Willy Weyres.

Material, das entfernt werden musste: Drei massive Betondecken und 1000 Tonnen Schutt. Für die Fenster musste eine Sprengung durchgeführt werden, dafür wurden Sprenglöcher in einer Gesamtlänge von fünf Kilometern angelegt.

Baukosten: Unbekannt, da vieles in Eigenleistung durch Pastor Carl Klinkhammer und Mitglieder der Gemeinde.

Fertigstellung und Einweihung: 1949.

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Gotteshaus in Düsseldorf

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Quelle: Hiepler und Brunier

Nutzung: Neben dem Gottesdienst finden Kunstausstellungen, Lesungen und Konzerte statt. Ende vergangenen Jahres wurde die Kirche den koptischen Christen Düsseldorfs übereignet. Im Untergeschoss werden nach wie vor Ausstellungen gezeigt.

Weitere Nutzung: An die Bunkerkirche wird ein Begegnungszentrum angebaut, in dem sich alle Bürger des Stadtteils treffen können. Es sollen Kurse angeboten werden, etwa Deutschunterricht oder koptischer Religionsunterricht. Auch eine Flüchtlingsanlaufstelle soll entstehen.

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Wiener "Haus des Meeres"

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Quelle: Hiepler und Brunier

Bauzeit: Zwischen Oktober 1943 und Juli 1944.

Wie viele Menschen fanden darin Schutz: Im Flakturm "Esterhazy-Park 2" im 6. Bezirk mit einer Höhe von 47 Metern waren es etwa 3000; in allen sechs Wiener Flaktürmen konnten insgesamt 40 000 Menschen unterkommen.

Schäden im Krieg: Einschlag einer Fliegerbombe am Dach des Turmes, dadurch leichte äußerliche Schäden und Risse in den Wänden der Obergeschosse.

Baubeginn des Umbaus: Im Juni 1956 begann die Anpassung der Stockwerke zwei und drei für die erste Meerwasserausstellung Österreichs.

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Wiener "Haus des Meeres"

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Quelle: Hiepler und Brunier

Fertigstellung: Die Eröffnung der Aquarienschau war im Juni 1958, der Ausbau des Flakturms für das "Haus des Meeres" dauert nach wie vor an.

Stahlbeton, der entfernt werden musste: Für die Umbauten wurden bis heute rund 1500 Tonnen Stahlbeton abgetragen.

Nutzungsfläche: Die Fläche für den Meeres-Zoo mit seinen etwa 10 000 Tieren beträgt 4000 Quadratmeter, dazu kommen 1000 Quadratmeter Veranstaltungs- und Terrassenfläche.

Baukosten des Umbaus: Bis heute wurden insgesamt mehr als 20 Millionen Euro in den Ausbau des Zoos investiert. Derzeit in Bau befindet sich ein "Atlantik Becken" im Erdgeschoss.

© SZ.de/fued
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