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Bildband:Wunderkammern

(Foto: Taschen)

Von Bernd Graff

Neugier, Reichtum, ästhetischer Feinsinn und ein enzyklopädischer Ordnungswille führten an der Schwelle zur Moderne zum Aufbau von Wunderkammern und Kuriositätenkabinetten. Das, was man wissen und gestalten konnte, alles, was die Welt an exotischen und bizarren Schätzen barg, wurde ab dem Ende des 16. Jahrhunderts in ihnen zusammengeführt. Europäische Potentaten gaben Vermögen aus, um ihre Fundstücke zu präsentieren: grinsende Geparden, Schmuck, Korallen, Waffen und Glasgeblasenes belegten den Geschmack wie die Macht der Sammler, solcher Schätze habhaft werden zu können. Der Fotograf Massimo Listri hat für den Taschen-Verlag 19 europäische Kabinette dokumentiert (Wunderkammern, mehrsprachig, 356 Seiten, 100 Euro). Die Welt der Dinge ist hier ein ziemlich aufgeräumtes Theater.

© SZ vom 13.06.2020
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