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Bilanz zum Filmfestival in Cannes:Welche Filme bald in Deutschland laufen

Was hätte man lieber niemals erfahren?

Auf dem größten und wichtigsten Filmfestival der Welt gehen die Branchen-Besucher natürlich nicht nur ins Kino, sondern tratschen auch wie verrückt über kommende Projekte. Die großen Hollywood-Fachzeitschriften füllen mit diesem Gossip einen großen Teil ihrer täglich erscheinenden Festivalausgaben - für die allein der "Hollywood Reporter" mit einer Crew von 30 Mitarbeitern eingeflogen ist. Die bizarre Nachricht, dass Werner Herzog nun gemeinsam einen Film mit Veronika Ferres drehen wird, hätte man aber lieber einem Sonnenstich in der Hitze von Cannes zugeschrieben.

Worauf waren die Cannes-Besucher eifersüchtig?

Jedes Jahr eines der wichtigsten Gesprächsthemen des Festivals: die Akkreditierungen. Obwohl Frankreich ein eherner Hort der Demokratie ist, werden die Filmemacher, Journalisten und Händler durch die Farben auf ihren Akkreditierungen in Unter-, Mittel- und Oberschicht eingeteilt. Ein Beispiel: Blauer Ausweis bedeutet: unendlich lange Schlange stehen vor dem Kino. Weißer Ausweis bedeutet: Hereinspaziert. Außerdem wird gemunkelt, dass es noch eine ganz seltene Geheimakkreditierung geben soll, die den Größten der Größten vorbehalten ist. Produzentenlegende Harvey Weinstein soll eine haben, angeblich auch Carla Bruni. Nur gesehen hat diesen Superausweis noch niemand - und was man theoretisch damit machen könnte weiß auch keiner so genau.

Welche tollen Cannes-Filme können wir bald in Deutschland sehen?

Während für den Gewinner-Film "Dheepan" noch kein deutscher Starttermin feststeht, kann man sich schon mal auf zwei andere Highlights aus dem Wettbewerb freuen: am 1. Oktober startet Paolo Sorrentinos Groteske "Youth". In den Hauptrollen Michael Cane und Harvey Keitel, die in einem Schweizer Luxus-Spa über alte Männer und junge Frauen philosophieren. Noch ein bisschen länger müssen wir auf die sehr schöne Patricia Highsmith-Verfilmung "Carol" warten, sie startet am 21. Januar. Der Grund: beim Verleih erhofft man sich große Oscar-Chancen und möchte den Film deshalb erst kurz vor den Academy Awards platzieren.

© SZ.de/hai
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