Die Bibliothek des Konservatismus in Berlin-Charlottenburg ist in mancher Hinsicht ein dubioser Ort. Es stehen dort nämlich nicht nur sehr viele Bücher in den Regalen (um die 130 000 sollen es insgesamt sein; davon sind 35 000 katalogisiert). Die Bibliothek hat auch einen Lesesaal, in dem Platz genug für öffentliche Veranstaltungen ist. Alle zwei Wochen treten dort meistens solche Referenten auf, die nicht beleidigt wären, wenn man sie rechtskonservativ, einfach nur rechts oder auch sehr rechts nennen würde.
DebatteWas bringt diese Art der politischen Hygiene?
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In Wien steht ein Antiquar vor Gericht, der Naziliteratur aus einem Forschungsnachlass anbot, in Berlin fliegt die „Bibliothek des Konservatismus“ aus einem Verband. Dabei wäre es vielleicht besser, die bösen Bücher zu studieren.
Von Claudius Seidl
