Politische TheorieBei allem Verständnis

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Ungleichbehandlungen sind unvermeidlich: der Schriftsteller Bernhard Schlink.
Ungleichbehandlungen sind unvermeidlich: der Schriftsteller Bernhard Schlink. IMAGO/Horst Galuschka/IMAGO/Horst Galuschka

Nicht alle Ungleichheiten lassen sich beseitigen: Bernhard Schlink beleuchtet in einem kristallinen Essay die Grenzen der Gerechtigkeit.

Von Gustav Seibt

Eigenschaft und Phantom der Deutschen sei die Gerechtigkeit, ließ Goethe einmal verlauten. Das bekundet Anerkennung und Skepsis zugleich – Anerkennung für eine verlässliche Fairness im alltäglichen Umgang, Skepsis gegenüber einem Zuviel, das sich in grenzenlosen oder auch nur pedantischen Forderungen verliert. Es kann auch ein Zuviel an Gerechtigkeitsverlangen geben. Den völkerpsychologischen Anteil („der Deutschen“) weggestrichen, lässt sich das neue Buch von Bernhard Schlink als Versuch lesen, ein solches skeptisch-realistisches Verständnis von Gerechtigkeit zu begründen.

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