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Berliner Bauakademie:Neues Debakel

Von Jörg Häntzschel

Die umstrittene Bundesstiftung, die gegründet wurde, um Schinkels Berliner Bauakademie wiederaufzubauen und als Institution zu etablieren, hat einen weiteren Rückschlag erlitten. Das Landesarbeitsgericht Berlin bestätigte am Donnerstag den im Januar erwirkten Stopp des Besetzungsverfahrens für die Direktorenstelle. Wahrscheinlich ist nun, dass die Stelle neu ausgeschrieben wird. Kritiker fordern indes einen kompletten Neuanfang für die Stiftung.

Im November hatte der Stiftungsrat, der überwiegend mit Politikern besetzt ist, den SPD-Abgeordneten Florian Pronold zum Direktor ernannt, obwohl dieser kaum eine der verlangten Qualifikationen besitzt. Auf eine Klage des Architekturprofessors Philipp Oswaldt hin stoppte das Berliner Arbeitsgericht die Besetzung. Obwohl Pronold inzwischen auf den Posten verzichtet hat, ging die Stiftung in Berufung. Nun scheiterte sie erneut.

Die Richterin begründete ihr Urteil mit der Konstruktion der Stiftung, die zwar als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet wurde, de facto aber als staatliches Organ agiert. Sie müsse bei der Besetzung ihrer Stellen daher denselben Prinzipien folgen, die für öffentliche Ämter gelten.

© SZ vom 13.06.2020
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