Berlinale und MoMA Ein Festival wird museumsreif

Von der Leinwand ins Museum: Die jährliche Retrospektive des Berlinale-Programms wird fortan auch als Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art zu sehen sein. Unterdessen werden für das Berliner Festival immer mehr Filme und Stargäste bekannt.

Von Berlin nach New York: Filmfans haben künftig nicht nur auf der 62. Berlinale (9.-19. Februar) Gelgenheit, ihrer Leidenschaft zu frönen.

Im Cinemaxx-Kino am Potsdamer Platz wird ein Teil der diesjährigen Retrospektive "Die rote Traumfabrik" gezeigt. Im April ist dieses Kapitel der Filmgeschichte dann im Museum of Modern Art (MoMA) in New York zu sehen. Auch in Zukunft wollen das MoMA und die Berlinale eng zusammen arbeiten.

(Foto: DPA)

Die Retrospektive "Die rote Traumfabrik. Meschrabpom-Film und Prometheus 1921 -1936" markiert 2012 den Auftakt einer langfristigen Kooperation mit dem Museum of Modern Art (MoMA), teilte der Veranstalter am Dienstag mit. Das Museum of Modern Art wird im April 2012 große Teile der diesjährigen Retrospektive unter dem Titel The Red Dream Factory zeigen und so dem New Yorker Publikum einen Blick auf diese Periode der Filmgeschichte ermöglichen.

Künftig werden die Internationalen Filmfestspiele Berlin, die Deutsche Kinemathek und das Museum of Modern Art bei der Auswahl der Themen und bei der Kuratierung der Retrospektiven eng kooperieren. "Die Partnerschaft zwischen dem MoMA, der Deutschen Kinemathek und der Berlinale markiert den Höhepunkt einer jahrzehntelangen Tradition der Zusammenarbeit und des intellektuellen Austauschs zwischen unseren Institutionen", so Rajendra Roy, Celeste Bartos Chefkurator für Film am MoMA.

Schon in der Vergangenheit haben die Deutsche Kinemathek und das MoMA in ähnlicher Weise zusammengearbeitet. Etwa bei der Filmreihe East Side -West Side. Schätze aus dem Filmarchiv des MoMA, die 2004 in Berlin zu sehen war. Oder bei der umfangreichen Präsentation Weimar Cinema, 1919-1933: Daydreams and Nightmares 2010/11 in New York.

Die Retrospektive der Internationalen Filmfestspiele Berlin ist alljährlich einem bedeutenden Regisseur oder einem filmhistorischen Thema gewidmet. Die populäre Sektion, in der jüngere Zuschauer oft zum ersten Mal Gelegenheit haben, ein Lebenswerk, eine Filmepoche, ein Genre im Zusammenhang zu sehen, und die auch ausgewiesenen Fachleuten immer wieder Gelegenheit zu überraschenden Entdeckungen bietet, wird seit 1977 von der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen verantwortet.

Zudem wurde auch bekannt, dass die Filme von drei deutschen Regisseuren im Wettbewerb 2012 laufen werden: Christian Petzold, Matthias Glasner und Hans-Christian Schmid. Sie waren zum Teil schon mehrfach im Berlinale-Wettbewerb dabei. In Petzolds Bären-Kandidaten "Barbara" spielt neben Ronald Zehrfeld Nina Hoss ("Yella") eine Hauptrolle. Matthias Glasner ("Der freie Wille") ist mit "Gnade" im Rennen, zur Besetzung gehören Jürgen Vogel und Birgit Minichmayr. Schmid ("Sturm") zeigt "Was bleibt" mit Lars Eidinger und Corinna Harfouch.

Hollywoodstar Angelina Jolie wird ihr Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" als Spezial im neuen Kino im Haus der Berliner Festspiele präsentieren, hieß es. Ihr Drama "In the Land of Blood and Honey" erzählt eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Bosnien-Krieges. Angelina Jolie ist auch Ehrengast der Charity-Gala "Cinema for Peace" am 13. Februar.

Der Berlinale-Wettbewerb ist damit aber noch nicht komplett. Eröffnet wird das Festival mit dem französischen Revolutionsdrama "Les Adieux à la reine" ("Farewell, My Queen") mit Diane Kruger als Königin Marie Antoinette. Als diesjährige Wettbewerbsfilme wurden bereits "Captive" von Brillante Mendoza (Philippinen) mit Isabelle Huppert, "Dictado" des Spaniers Antonio Chavarrías sowie "Postcards From The Zoo" des Indonesiers Edwin bekannt. Außer Konkurrenz laufen Stephen Daldrys Roman-Verfilmung "Extremly loud and incredibly close" mit Tom Hanks und Sandra Bullock sowie aus China "The Flowers Of War" über das Massaker von Nanking 1937 von Zhang Yimou mit Christian Bale.

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