Berlinale 2011 "Ein wirklich schöner Preis"

Die Berlinale-Jury hat den Schauspieler Armin Mueller-Stahl mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Der Schauspieler und Künstler Armin Mueller-Stahl ist mit dem Goldenen Ehrenbären der 61. Berlinale für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Der 80-Jährige bedankte sich bei bei den Gästen der Gala im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz sichtlich bewegt "für den wirklich schönen Preis".

61. Berlinale: Armin Mueller-Stahl bekommt den Ehrenbären.

(Foto: dapd)

Zuvor hatte sein Freund, der Regisser Costa-Gavras die Laudatio gehalten. Festivaldirektor Dieter Kosslick überreichte den Ehrenbären. Spontan forderte Müller-Stahl die Gäste im Saal auf, "Happy Birthday" zu singen. Costa-Gavras sei vor fünf Tagen 77 Jahre alt geworden.

Im Anschluss an die Ehrung wurde der Film "Music Box" von Costa-Gavras gezeigt, in dem Mueller-Stahl einen ungarischen Kriegsverbrecher spielt.

Auf den ersten Blick erscheint Mueller-Stahls Laufbahn als Traumkarriere: ein deutscher Schauspieler, dem der Sprung nach Hollywood glückte. Tatsächlich aber war sein Lebensweg brüchig. 1930 im ostpreußischen Tilsit geboren, begann er seine Karriere in den fünfziger Jahren in der DDR, und schnell wurde er dort zum Star.

Er spielte unter der Regie von Frank Beyer in Filmen wie "Nackt unter Wölfen" (1963) und "Jakob der Lügner" (1974). Drei Jahre nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns verließ Mueller-Stahl 1979 die DDR. Im Westen knüpfte er nahtlos an seine früheren Erfolge an. Er wurde mit Filmen wie "Lola" (1981) von Rainer Werner Fassbinder international bekannt. Als ein Angebot aus den USA kam, griff er zu. Der künstlerische Durchbruch dort gelang ihm mit "Music Box" (1989) und "Avalon" (1990).

In seiner mehr als 50-jährigen Laufbahn arbeitete der Schauspieler mit Regisseuren wie Andrzej Wajda, Jim Jarmusch und Steven Soderbergh zusammen. Für seine Rolle in "Shine" von Scott Hicks wurde er 1996 für den Oscar nominiert. Auf der Leinwand war er zuletzt in der Bestseller-Verfilmung "Illuminati" (2009) von Ron Howard zu sehen.

Mueller-Stahl war mehrfach zu Gast bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin: 1992 wurde er für seine Rolle in "Utz" von George Sluizer mit dem Silbernen Bären, 1997 mit der Berlinale Kamera geehrt. 2006 war er Mitglied der Internationalen Jury, 2009 war er mit dem Eröffnungsfilm "The International" von Tom Tykwer zu Gast im Wettbewerb.

Auch die Gewinner der Panorama-Publikumspreise stehen bereits fest: "También la lluvia" ("Even The Rain") und "Im Himmel, Unter der Erde. Der Jüdische Friedhof Weißensee" erhalten den Panorama-Publikumspreis der 61. Berlinale.

Der Panorama-Publikumspreis wurde in diesem Jahr erstmals in zwei Kategorien vergeben. Icíar Bollaíns "Even The Rain" wurde von den Berlinale-Besuchern zum besten Spielfilm, Britta Wauers "Im Himmel, Unter der Erde" zur besten Dokumentation gewählt. Insgesamt wurden den Angaben zufolge mehr als 23.000 Stimmen abgegeben und ausgewertet.

Die offizielle Preisverleihung findet am Sonntag im Cinemaxx am Potsdamer Platz statt. Der Dokumentarfilm wird im Anschluss an die Preisverleihung noch einmal gezeigt, der Spielfilm folgt um 20.00 Uhr.

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