NS-Raubkunst„Zu einem Spottpreis erworben“

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Die Figur der Tänzerin war zeitweise in Spanien, der Sockel des Brunnens in einem Altenheim. Jetzt sind beide wieder vor dem Georg-Kolbe-Museum in Berlin vereint - und Gegenstand eines Provinienzverfahren.
Die Figur der Tänzerin war zeitweise in Spanien, der Sockel des Brunnens in einem Altenheim. Jetzt sind beide wieder vor dem Georg-Kolbe-Museum in Berlin vereint - und Gegenstand eines Provinienzverfahren. IMAGO/Jürgen Ritter

Das Georg-Kolbe-Museum in Berlin plant ein großes Gedenkprojekt rund um den „Tänzerinnen-Brunnen“. Dann stellt sich heraus: Es handelt sich um Raubkunst. Doch der Direktorin fällt es schwer, das zuzugeben.

Von Jörg Häntzschel

Die Idee war gut: Kathleen Reinhardt, die Direktorin des Berliner Georg-Kolbe-Museums, wollte an einem prominenten Werk, dem „Tänzerinnen-Brunnen“, exemplarisch aufblättern, wie das 20. Jahrhundert durch die Kunst getobt ist. Sie wollte erzählen, welchen Anteil ein jüdischer Sammler an diesem Werk hatte und welche Wege der Brunnen später ging, nachdem er dem Sammler geraubt wurde. Und wie Kolonialismus, Sexismus, Nationalsozialismus und noch einiges mehr mitgewirkt haben, als der Bildhauer Georg Kolbe den Brunnen entwarf, der sehr prominent im Garten des kleinen Museums im Berliner Westend steht: Er zeigt eine junge, nackte Tänzerin in expressiver Pose auf einer stilisierten Blüte, die von Figuren mit afrikanischen Zügen getragen wird.

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