Beatles-Guru Maharishi Mahesh Yogi gestorben Ende der Lebenskunst

Maharishi Mahesh Yogi inspirierte mit seiner spirituellen Bewegung "Transzendentale" Meditation Pop-Größen wie die Beatles. Nun ist der Guru im vermuteten Alter von 91 Jahren gestorben.

Der ehemalige Guru der Beatles und anderer Showgrößen, Maharishi Mahesh Yogi, ist tot. Er starb am Dienstag in seinem Haus in den Niederlanden, wie ein Sprecher seiner Bewegung Transzendentale Meditation (TM) am Mittwoch mitteilte. Der in Indien geborene Guru wurde Schätzungen zufolge 91 Jahre alt.

Ein Guru der Hippie-Bewegung: Maharishi Mahesh Yogi faszinierte sinnsuchende Künstler.

(Foto: Foto: dpa)

Er hatte die Transzendentale Meditation 1958 ins Leben gerufen. In den Folgejahren zog der Maharishi viele Film- und Musikgrößen in seinen Bann, unter anderem die Beatles und die Beach Boys. Seit 1990 wohnte er in dem kleinen niederländischen Dorf Vlodrop, wo seine Bewegung auch ihren Hauptsitz hat.

Der Maharishi wurde im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh geboren, wusste aber nach eigenen Angaben nicht genau, wann. In den 1940er und -50er Jahren erlernte er sein Wissen beim Guru Dev im Himalaya. Seine eigene Bewegung, die Transzendentale Meditation, rief er 1958 ins Leben und inspirierte die in den sechziger Jahren entstehende Hippie-Bewegung.

Sein Buch "Science of Being and Art of Living" (Wissenschaft des Seins und Kunst zu leben) von 1964 wurde in 15 Sprachen übersetzt. Die Beatles gingen 1968 nach Indien, um gemeinsam mit dem Meister zu meditieren. 1990 ließ sich der Guru in einem alten Kloster in Vlodrop nieder. Von dort aus verbreitete die Bewegung ihre Ideen über eine eigene Fernsehanstalt sowie wöchentliche Pressekonferenzen.

Wege zum Glück

Rund fünf Millionen Menschen weltweit hängen der Bewegung an, die Glück als das oberste Ziel preist. "Glücklich zu sein ist von größter Bedeutung", schrieb der Guru 1967. Erfolg entstehe erst durch Glück. "Sei unter allen Umständen glücklich. Stelle dir die Nervosität, die zu dir kommt, als einen Regentropfen vor, der in den Ozean deiner Glückseligkeit fällt."

Der Weg zum Glück liegt der Bewegung zufolge unter anderem in Massenmeditationen. Sie sollen positive Energie erzeugen und Negatives wie Kriege und Gewalt beenden. Auf der TM-Website heißt es, es bestehe ein Zusammenhang zwischen einer Meditation von 7000 Anhängern 1988 und dem Fall der Berliner Mauer im Jahr darauf. Wenn die Gruppe sich aus finanziellen Gründen nicht halten könne, entstünden neue Spannungen in der Welt, warnt die Bewegung.

Für seine Nachfolge hatte der Maharishi noch kurz vor seinem Tod gesorgt. Ein Sprecher verkündete vergangene Woche den Rücktritt des Gurus von der Spitze der Bewegung, zum neuen Vorsitzenden rief die Transzendentale Meditation Maharaja Nader Raam aus.