Bayreuther FestspieleBayreuth für Dummies

Auf dem Grünen Hügel beginnen die Richard-Wagner-Festspiele. Warum wollen da alle hin? Bekommt man jetzt noch Karten? Und wieso ist so oft von Skandalen die Rede? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Von SZ-Autoren

Warum wollen da alle hin?

Natürlich wollen da gar nicht alle hin. Der Tenor Roberto Alagna zum Beispiel, ursprünglich anvisierter "Lohengrin", wollte dann doch lieber nicht. Gut, Roberto Blanco will hin. Die Bundeskanzlerin kommt ebenfalls (das Bild zeigt sie bei den Festspielen 2017), außerdem Christian Lindner, Edmund Stoiber, Ursula von der Leyen, Monika Grütters, Jens Spahn und Dunja Hayali. Sogar Thomas Gottschalk kommt wieder nach Bayreuth. Und wenn Gottschalk, Meister der Massenunterhaltung, irgendwo hingeht, dann kann das so langweilig nicht sein. Dabei handelt es sich bei den Festspielen, das muss man auch mal sagen, um Inszenierungen stundenlanger Wagner-Opern, welche die Zuschauer auf sehr, sehr unbequemen Holzstühlchen in einem unklimatisierten Raum rezipieren, um nicht selten am Ende "Buh!" zu rufen. Aber, und auch das muss man sagen, die Tickets sind auch dieses Jahr beinahe schon wieder ausverkauft. Das liegt zum einen an dem richtig guten Marketing, das die Wagners betreiben. Zum anderen ist da der Mythos. Wer Wagner liebt, spürt im Bayreuther Festspielhaus noch immer den Atem des Meisters, der erschnüffelt im alten Holz den Duft des Genies. Von Christiane Lutz

Bild: Tobias Hase/dpa 25. Juli 2018, 10:262018-07-25 10:26:51 © SZ.de/muth/jobr