Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben alles richtig gemacht, umsichtig gearbeitet, so Bayerns Kunstminister Markus Blume, und seien von dem Vorwurf des „Organisationsversagens“, den er selbst im Frühjahr erhoben hatte, nun offiziell freigesprochen. Das gehe aus zwei Berichten hervor, die er auf Wunsch des Bayerischen Landtags in Auftrag gegeben hat, nachdem die SZ im Februar über eklatante Missstände und Versäumnisse bei der Provenienzforschung und der Restitution von NS-Raubkunst geschrieben hatte. Er stellte die Berichte am Mittwochmorgen im Landtagsausschuss für Kunst und Wissenschaft vor. Am Abend zuvor hatte er – zu Wiener Schnitzel – bereits die Presse informiert. Blume versuchte, „nach einem wilden Jahr“ einen Neuanfang ausrufen, daher ja auch die Ersetzung des langjährigen Generaldirektors Bernhard Maaz durch den ehemaligen Münchner Kulturreferenten Anton Biebl. Doch je länger die Diskussionen anhielten, desto mehr trübte sich das Bild ein.
NS-RaubkunstEin Freispruch, der keiner ist
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Friedrich von Amerlings „Junges Mädchen mit Strohhut“ kam 1935 im Zuge eines Tauschs aus der Galerie der jüdischen Brüder Lion in die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Kann das Geschäft damals noch fair abgelaufen sein?
Harald Dostal/IMAGOBayerns Kunstminister Markus Blume stellt Berichte zu den Missständen in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen vor. Die Experten monieren erhebliche Mängel beim Umgang mit Raubkunst und fordern ein Umdenken.
Von Jörg Häntzschel
