Barbra Streisand zum 70.:So, wie sie ist

Barbra Streisand entsprach nie dem Hollywood-Ideal und wurde oft als "hässliches Entlein" verspottet. Doch das Mädchen aus dem New Yorker Armenviertel Brooklyn hatte Gold in der Stimme und ein riesiges schauspielerisches Talent - und die Kraft, aus diesem Kapital eine Weltkarriere zu machen. Nun wird die zweifache Oscar-Preisträgerin 70. In Bildern.

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Barbra Streisand wird 70

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Barbra Streisand entsprach nie dem Hollywood-Ideal und wurde oft als "hässliches Entlein" verspottet. Doch das Mädchen aus dem New Yorker Armenviertel Brooklyn hatte Gold in der Stimme und ein riesiges schauspielerisches Talent - und die Kraft, aus diesem Kapital eine Weltkarriere zu machen. Nun wird die zweifache Oscar-Preisträgerin 70.

Es war ein harter Weg bis zur international gefeierten Entertainerin. Geboren und aufgewachsen ist Barbra Joan Streisand in ärmlichen Verhältnissen in einer jüdisch-orthodoxen Familie in Brooklyn. Ihr Vater starb, als sie 15 Monate alt war, mit ihrem Stiefvater kam sie nicht zurecht. Die Familien beider Eltern stammen ursprünglich aus Österreich, der Familienname lautete ursprünglich "Streusand".

Aufgrund ihrer großen Nase wurde das Mädchen oft gehänselt, dennoch wollte sie unbedingt Schauspielerin werden. Viele rieten ihr davon ab - einige sogar zu einer Nasenverkleinerung, doch Streisand stand zu ihrem Makel und verweigerte eine Operation. Am Ende wurde sie gerade deswegen zur Ikone.

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FUNNY LADY

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Zunächst schlug sie sich als Putzfrau, Platzanweiserin, Telefonistin und schließlich als Bar- und Clubsängerin durch. Anfang der 60er Jahre wechselte Barbra Streisand an den Broadway und schaffte es in dem Musical Funny Girl, auf ihr Talent aufmerksam zu machen. 1968 folgte mit der Hauptrolle in der gleichnamigen Verfilmung des Bühnenstücks der internationale Durchbruch - nun auch als Schauspielerin.

Biographische Parallelen: An der Seite von Omar Sharif spielt Streisand die jüdische Komödiantin Fanny Brice, die im jüdischen Viertel der New Yorker Lower East Side aufwächst und zum Star einer Revue wird. Aufgrund des großen Erfolges des Films folgte 1975 mit Funny Lady eine Fortsetzung, erneut mit Streisand und Sharif in den Hauptrollen. Bei der Oscar-Verleihung 1969 war Funny Girl in acht Kategorien nominiert, Barbra Streisand erhielt einen Award für die beste weibliche Hauptrolle.

U.S. singer and actress Barbra Streisand performs in Paris

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Film, Musik und TV: Barbra Streisand gehört zu der kleinen Gruppe von Multi-Talenten, die von Hollywood mit Oscars, von der Plattenindustrie mit Grammys und vom Fernsehen mit Emmy-Awards belohnt wurden. Bereits für ihr erstes Album "The Barbra Streisand Album" erhielt sie 1963 einen Grammy.

1977 bekam die Schauspielerin ihren zweiten Oscar für den besten Filmsong "Evergreen" aus dem Drama A Star Is Born mit Country-Star Kris Kristofferson.

Nicht das erste Mal, dass sie sich auch musikalisch in einem Film verewigte. Der von Marvin Hamlisch komponierte Film-Song So, wie wir waren erhielt 1974 einen Oscar für das beste Lied.

Von Streisands Alben verkaufen sich international 140 Millionen Exemplare, ihre TV-Shows "My Name is Barbra" und "Color Me Barbra" gingen um die Welt und erzielten Rekordeinnahmen. Bereits 1976 bekam die New Yorkerin einen Stern auf dem Walk of Fame in Los Angeles. Trotz ihres einzigartigen Erfolges hat Streisand eigenen Angaben zufolge noch immer vor jedem Auftritt Lampenfieber.

Das Bild zeigt die Sängerin bei einem Auftritt 2007 in Paris.

"NUTS - DURCHGEDREHT", MITTWOCH (ALLERHEILIGEN), 1. NOVEMBER 2000, UM 22:25UHR BEI KABEL 1

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Zu Streisands größten Erfolgen zählt Yentl. Der Film über ein jüdisches Mädchen aus Osteuropa, das sich als ihr verstorbener Bruder ausgibt, um eine Talmud-Schule besuchen zu können, war ein Herzensanliegen der Schauspielerin. 15 Jahre lang hatte sie mit den Studio-Bossen in Hollywood gekämpft, ehe die Geschichte verfilmt werden konnte. 1983 war der Film schließlich fertig.

Streisand vereinte in dem Film all ihr Können: Sie übernahm dabei nicht nur die Hauptrolle, sie schrieb auch das Drehbuch, führte Regie und war Produzentin. Der Lohn waren fünf Oscar-Nominierungen, wobei der Film nur eine Trophäe für den besten Originalsoundtrack erhielt, der in diesem Fall nicht von Streisand stammt.

Den filmischen Wert sahen die Kritiker nicht, Streisand wurde für Yentl 1984 als schlechtester Schauspieler für eine Goldene Himbeere nominiert - ja, tatsächlich als Schauspieler.

Im Bild: Streisand als Luxus-Callgirl: In dem Justiz-Drama Nuts... Durchgedreht 1987.

FILE PHOTO OF BARBRA STREISAND IN MOVIE A MIRROR HAS TWO FACES

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Barbra Streisand, Jeff Bridges, Lauren Bacall, Mimi Rogers, Pierce Brosnan und Elle Macpherson: Liebe hat zwei Gesichter wartet mit einer ganzen Riege an Hollywood-Stars auf. Die Komödie ist ein Remake des französischen Film Le miroir a deux faces von André Cayatte. Bei der Musik zum Film arbeitete Streisand erneut mit dem Komponisten Marvin Hamlisch zusammen. Der Song "I Finally Found Someone" war für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert.

Actress Streisand listens during the Clinton Global Initiative in New York

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Seit den 80er Jahren engagiert sich Barbra Streisand außerdem politisch. Die Künstlerin setzt sich auch für die Rechte von Homosexuellen und Frauen und gegen Drogenkonsum und Massenvernichtungswaffen ein. 1987 gründete sie die "Barbra Streisand-Stiftung", mit der sie vor allem für Bürgerrechte und den Umweltschutz kämpft.

Dieser Umstand stieß nicht immer auf Gegenliebe: 1971 stand Streisand auf der berüchtigten "Enemy"-Liste des damaligen Präsidenten Richard Nixon. "Ich bin eine feministische, jüdische, liberale, meinungsstarke Frau", sagte sie einmal.

Als bekennende Demokratin unertstützte sie sowohl den Wahlkampf von Ex-Präsident Bill Clinton, als auch dessen Klimawandel-Programm, für das sie 2006 eine Million Dollar spendete.

Im Bild: Barbra Streisand bei der "Clinton Clobal Initiative" am 23. September 2009 in New York.

Barbra Streisand wird 70

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Zwischendurch verabschiedete sich "die Streisand", wie sie von ihren Fans genannt wird, von der Bühne und dem Film, um ihr Liebesglück zu genießen. 1998 hatte sie - gut 25 Jahre nach der gescheiterten Ehe mit dem Schauspieler Elliot Gould - den Schauspieler James Brolin geheiratet. "Jetzt, wo ich glücklich verheiratet bin, möchte ich mein Leben an der Seite des Mannes leben, den ich liebe", sagte sie 2000 in einem Interview.

Von den Bühnen und Film-Sets hat sich die Frau, die zu den erfolgreichsten Künstlern weltweit zählt, schon etwas zurückgezogen, doch ihr Einsatz für politisch und sozial benachteiligte Menschen ist nach wie vor groß. Erst am 2. April 2012 veröffentlichte sie auf ihrer Homepage einen kritischen Beitrag zur Kriegspolitik der USA.

So ganz kann sie dennoch nicht von der Bühne lassen. In den letzten Jahren war die preisgekrönte Schauspielerin mit Dustin Hoffman und Ben Stiller in der Focker-Trilogie Meine Braut, ihr Vater und ich, Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich und Meine Frau, unsere Kinder und ich zusehen.

Ende dieses Jahres soll sie mit einer Road-Trip-Komödie (My Mother's Cruise) als Mutter von Schauspieler Seth Rogan in die Kinos zurückkommen.

Trotz ihrer einzigartigen Karriere und Popularität verbringt sie ihre Zeit am liebsten in ihrem eigenen Zuhause. Sie verbringe den Tag mühelos mit Zeitunglesen und der Dekoration ihres Heims, verriet sie in Interviews. Überhaupt gehe nichts über einen Kaffee im Bett. Aus dem einst "hässlichen Entlein" aus Brooklyn ist ein erfolgreicher, glücklicher Schwan geworden.

© Süddeutsche.de/dpa/dapd/mapo/cag
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