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Banksys Tiergeschäft:Mein Name ist Hase

"Geöffnet für seltene Züchtungen, Heimtierbedarf und mechanisch erzeugtes Fleisch". Der Künstler Banksy eröffnet in New York einen Laden, der neugierig macht.

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Es gibt auch noch gute Nachrichten aus New York: Im Greenwich Village zum Beispiel hat jemand eine kleine Zoohandlung aufgemacht, "The Village Pet Store and Charcoal Grill". Mutig in diesem wirtschaftlichen Klima! Morgens stellen die Angestellten ein großes Schild zu den Strohballen auf den Gehweg: "Geöffnet für seltene Züchtungen, Heimtierbedarf und mechanisch erzeugtes Fleisch". Und die Leute kommen!

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Aber Moment mal - "Holzkohlegrill"? "Mechanisch erzeugtes Fleisch"? Und das sind ja gar keine Küken, das sind ja Hühnernuggets, die mit ihren Gummikörpern unaufhörlich in den Plastiknapf mit der Barbequesauce picken.

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Einen Moment lang wurde in New York gerätselt, was es mit dem geheimnisvollen Laden an der Seventh Avenue auf sich hatte, dann bekannte sich der Londoner Versteckspieler und Street-Art-Anomymus Banksy zu dem unterhaltsamen Projekt. Schon seit vor einigen Tagen vier haushohe Wandmalereien (unter anderem eine Ratte im "I Love NY"-T-Shirt) aufgetaucht waren, hieß es, der Künstler sei in der Stadt.

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"Ich wollte Kunst machen, die unsere Beziehung zu Tieren und die Ethik und Nachhaltigkeit von industrieller Landwirtschaft generell in Frage stellen", veralbert Banksy in einem Statement das übliche Kuratorenblabla. Doch eigentlich beschreibt er seinen Laden damit ganz treffend.

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In einem Aquarium schwimmen Fischstäbchen herum; ein motorisierter Hase feilt sich vor einem Spiegel die Pfotennägel; ein Affe mit Kopfhörern und Fernbedienung sieht blinzelnd Tierfilme im Fernsehen an; und der stark gealterte Comic-Vogel Tweety, dessen Federn wie Herbstlaub am Käfigboden liegen, schaukelt verdrießlich - und fatal an John McCain erinnernd - in seinem Käfig auf und ab; der mit dem Schwanz wedelnde Leopard auf dem Ast im Schaufenster entpuppt sich als sorgfältig drapierte Kunstpelzjacke.

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Schockierender sind die Animatronik-Würstchen, die sich wie übergroße Maden aus ihren Hotdog-Semmeln zu krümmen scheinen, am Wasser nippen oder sich mit scheinbar unendlicher Anstrengung einem Sexualakt annähern. Klar, dass "Wellness"-Hundefutter, Katzenstreu und Aquarienbedarf in einem solchen Geschäft nicht fehlen dürfen. Aber was ist mit dem 99-Cent-Pressschinken, mit den Wachteleiern in der Dose?

Text: Jörg Häntzschel (SZ v. 11./12.10.2008)

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