Seine berühmteste Inszenierung hat kaum jemand gesehen. Mit gerade mal 25 Jahren inszenierte B. K. Tragelehn, der letzte Meisterschüler Bertolt Brechts, in aller Unschuld und völlig überzeugt, damit dem Sozialismus in der DDR zu dienen, die Uraufführung der Komödie eines noch ziemlich unbekannten Dramatikers: Heiner Müller. Müllers Stück „Die Umsiedlerin“ handelt von der Kollektivierung der Landwirtschaft. Aber vor allem erzählt es so realistisch, ungeschönt und witzig vom Leben in der jungen DDR, dass Stück und Inszenierung sofort nach der Premiere verboten wurden. Das war 1961, im Jahr des Mauerbaus, und die DDR-Oberen waren noch etwas nervöser und reizbarer als ohnehin schon.
B. K. Tragelehn wird 90Sozialistisch, störrisch, subversiv
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Der Regisseur B. K. Tragelehn, einst Meisterschüler von Bertolt Brecht und Künstlerfreund von Heiner Müller, ist einer der letzten Veteranen des DDR-Theaters. Am Sonntag feiert er seinen 90. Geburtstag.
Von Peter Laudenbach
