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Autor Colson Whitehead:"Amerika ist sehr rassistisch"

Portrait of Colson Whitehead full name Arch Colson Chipp Whitehead 21 06 2017 PUBLICATIONxINxGERxS

Für viele ist Colson Whitehead, geboren 1969 in New York, die stärkste Stimme des schwarzen Amerika. Ihm behagt diese Rolle nicht.

(Foto: Leemage/imago)

Mit seinem Roman "Underground Railroad" wurde der Schriftsteller Colson Whitehead zum Kronzeugen der Kritik am "weißen Suprematismus" Trumps. Wie sieht er die Geschichte der USA bis zur Gegenwart?

Interview von Nicolas Freund und Sonja Zekri

Colson Whiteheads Roman "The Underground Railroad" (Carl Hanser Verlag) hat Amerika wenige Monate vor dem Sieg Donald Trumps erreicht - und es war ebenfalls ein Schock. Die Flucht des Sklavenmädchens Cora durch ein Amerika des Schreckens war die literarische Konkretisierung einer historischen Metapher: Die Untergrundeisenbahn war ein Netzwerk von Fluchthelfern, bei Whitehead wurde sie zu einem echten Streckennetz mit Haltestellen, Zügen und Bahnwärtern. Sein Roman wurde als Manifest gegen ein weißes Herrenmenschendenken gefeiert, das nun, so sahen es viele, Einzug ins Weiße Haus gehalten hatte. "Underground Railroad" erhielt den National Book Award und den Pulitzerpreis. Barry Jenkins, der Regisseur von "Moonlight", hat angekündigt, dass er es verfilmen möchte. Wie verteidigt ein Schriftsteller sein Werk gegen den Erfolg und die verzweifelten Fragen der Gegenwart? Darauf hat Whitehead in München, wo er auf der Lesereise durch Europa Station machte, ein paar entschiedene Antworten.

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