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"Auster und Klinge" von Lilian Loke:Bitte mehr Unbehagen

Lilian Loke: Auster und Klinge. Roman. C.H. Beck Verlag, München 2018. 314 Seiten, 19,95 Euro.

In ihrem zweitem Roman "Auster und Klinge" beschäftigt sich Lilian Loke mit der Frage, wie Kunst in moralisch indifferenten Zeiten auch heute noch unbequem und politisch relevant sein kann.

Von Christoph Schröder

Wer bei einer Technik-Hotline anruft, ist prinzipiell bereits in gereizter Stimmung. Zum einen, weil ein Gerät nicht funktioniert. Zum anderen, weil man bereits einen längeren Zeitraum in einer Warteschleife verbracht hat. Und dann stelle man sich vor, man hat so jemanden wie Georg am Apparat. Einer, der auf die Beschwerde, das Display des neuen Mobiltelefons sei ausgefallen, nicht beflissen antwortet, dass er sich sofort um das Problem kümmern werde, sondern die Frage stellt, ob dem Konsumenten bewusst sei, dass sich Arbeiter in der chinesischen Elektroindustrie reihenweise in den Tod stürzten. Eine moralische Belehrung aus der Anonymität des Callcenters heraus - die größtmögliche Provokation für einen Konsumenten.

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