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Ausstieg:Oh Man

Einmal will der Sponsor des Booker-Preises noch 50000 Pfund beisteuern, dann beendet er nach 18 Jahren sein Engagement. Die Booker Prize Foundation sucht Nachfolger.

Der britische Booker-Preis sucht einen neuen Sponsor. Die Man Group wird in diesem Jahr zum letzten Mal für die mit 50 000 Pfund dotierte Auszeichnung aufkommen, die als eine der bedeutendsten für englischsprachige Literatur gilt. Das britische Hedgefonds-Unternehmen hatte den Preis seit 2002 mit jährlich 1,6 Millionen Pfund unterstützt. Auch das Preisgeld des 2005 erstmals vergebenen Man Booker International Prize für ins Englische übersetzte fremdsprachige Literatur kam aus diesem Topf. Luke Ellis, CEO der Man Group, nannte die 18 Jahre währende Zusammenarbeit mit der Booker Prize Foundation ein "Privileg"; nach "eingehender Prüfung" habe man sich jedoch entschlossen, die fraglichen Mittel in andere gemeinnützige Projekte zu investieren.

In jüngerer Vergangenheit soll es Spannungen zwischen der Booker-Stiftung und dem Sponsor gegeben haben. Die Man Group habe sich "zu wenig wertgeschätzt" gefühlt, so BBC-Kulturkorrespondent Will Gompertz. Zudem hatte im vergangenen Jahr der Autor Sebastian Faulks die Partnerschaft des Preises mit einer Hedgefonds-Firma grundsätzlich infrage gestellt, die für ihn "den Feind" darstelle: "Das sind nicht die Art Leute, die Literaturpreise sponsern sollten - sie sind die Art Leute, die von Literaturpreisen kritisiert werden sollten", sagte Faulks. Auch die Erweiterung der Nominierungskriterien könnte einen Einfluss auf die Entscheidung gehabt haben. Seit 2014 stehen amerikanische Autoren in der Auswahl. Bis dahin waren nur Bücher aus Britannien, dem Commonwealth-Raum und Irland berücksichtigt worden.

Helena Kennedy, Vorsitzende der Booker Prize Foundation, dankte der Man Group für ihre "exzellente" Sponsorentätigkeit. Sie gab bekannt, man befinde sich bereits in Gesprächen mit einem möglichen Nachfolger.