Ausstellungen - Alkersum:Ausstellung "Anna Ancher - Sonne. Licht. Skagen." im MKdW

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Alkersum
Pressevertreterinnen gehen durch die Ausstellung "Anna Ancher - Sonne. Licht. Skagen.". Foto: Christian Charisius/dpa (Foto: dpa)

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Alkersum (dpa/lno) - Das Museum Kunst der Westküste (MKdW) in Alkersum auf Föhr widmet sich von Sonntag an in einer umfassenden Schau der Skagener Künstlerin Anna Ancher (1859-1935). Gezeigt werden 80 Gemälde und Ölskizzen Anchers. Ihr Schaffen zeichne sich durch einen innovativen Umgang mit Licht und Farbe aus, sagte Direktorin Ulrike Wolff-Thomsen am Donnerstag in Alkersum. "Sie dachte in Farben." Ihre Darstellungen von Lichtreflexionen und Schattenwürfen seien meisterhaft.

Ancher war als Mitglied der bedeutenden Skagener Künstlerkolonie maßgeblich an der Herausbildung realistischer und impressionistischer Strömungen in der skandinavischen Malerei um 1900 beteiligt. Sie war auch die einzige Künstlerin der Kolonie, die aus Skagen stammte.

Das beschauliche Fischerdorf Skagen zog im ausgehenden 19. Jahrhundert viele skandinavische Künstler an. Zu ihnen gehörten bekannte Maler wie Peder Severin Krøyer, Viggo Johansen, Christian Krohg und Michael Ancher. In letzteren verliebte Anna sich als 15-Jährige, deren Eltern in Skagen einen Gasthof hatten, in dem die Künstler gerne verkehrten, wie Wolff-Thomsen erzählte. Der Künstler Karl Madsen erkannte das Talent der jungen Frau und empfahl ihren Eltern, sie an eine private Zeichenschule nach Kopenhagen zu schicken. Kunstakademien durften Frauen damals nicht besuchen.

Im Gegensatz zu ihren männlichen Malerkollegen, die als Motive häufig das Leben der Skagener Fischer und die Landschaft favorisierten, konzentrierte sich Ancher auf vielen ihrer Bilder auf Interieurs und Alltagsszenen von Frauen. Doch auch sie inszenierte die Schönheit der Skagener Landschaft. Ausgehend von dem Vorbild der Natur schuf Ancher durch Vereinfachung stimmungsvolle Farbräume. Einige dieser Ölskizzen sind in der Schau zu sehen.

Die Ausstellung im MKdW knüpft an Anna-Ancher-Ausstellungen 2020 und 2021 an, die in den dänischen Museen Statens Museum for Kunst in Kopenhagen und Skagens Kunstmuseer sowie dem norwegischen Lillehammer Kunstmuseum gezeigt wurden. Diese präsentierten die bislang umfangreichsten Anna-Ancher-Einzelausstellungen.

In Dänemark ist Ancher eine der beliebtesten Künstlerinnen, wie Wolff-Thomsen sagte. "Rund 70 Prozent der Dänen können mit dem Namen etwas anfangen." Bereits zu Lebzeiten hat sie international ausgestellt. An der Ausstellungseröffnung in Kopenhagen nahmen Tausende Ancher-Begeisterte teil, sagte Wolff-Thomsen, die ebenfalls da war.

In Deutschland ist die Malerin im Gegensatz zu vielen ihrer männlichen Kollegen der Skagener Künstlerkolonie eher unbekannt. Die jetzige Schau sei erst die zweite Einzelausstellung mit Werken Anchers überhaupt, hieß es.

Über die gezeigten Werke hinaus erfahren die Besucher etwas über die Besonderheiten eines Künstlerinnenlebens im ausgehenden 19. Jahrhundert und die außerordentliche Unterstützung, die Ancher im Gegensatz zu anderen Malerinnen erfuhr. Auch ein umfangreicher Katalog zur Ausstellung ist erschienen.

"Es ist bezeichnend für das MKdW, das den größten Bestand an Skagen-Werken in Deutschland beherbergt, gerade diese Künstlerin in den Blick genommen zu haben, die für den "Aufbruch in die Moderne" steht", schreibt Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien (CDU) in einem Grußwort.

© dpa-infocom, dpa:220303-99-369159/5

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