Ausstellung: Timm UlrichsDie Kunst der Egomanie

Meister der absurden Wendung: Timm Ulrichs realisiert seit 50 Jahren das, was sich auch bekiffte Wohngemeinschaften am Küchentisch ausdenken könnten. Hannover feiert nun den bekanntesten lebenden Künstler der Stadt.

Meister der absurden Wendung: Timm Ulrichs realisiert seit 50 Jahren das, was sich auch bekiffte Wohngemeinschaften am Küchentisch ausdenken könnten. Hannover feiert nun den bekanntesten lebenden Künstler der Stadt.

Kurz nach seinem Abitur 1959 fand Timm Ulrichs seine Marktlücke im Kunstbetrieb - die Selbstausstellung. Er druckte sich Visitenkarten mit der Aufschrift "timm ulrichs - erstes lebendes kunstwerk", und hegte den Plan, sich als organische Skulptur zu präsentieren. Sein erster Versuch ging allerdings noch herrlich schief. Adrett gekleidet wollte er sich 1965 auf der Jury-freien Kunstausstellung in Berlin in einen Glaskasten setzen und als Totalkunstwerk begaffen lassen. Doch weil er sich nicht rechtzeitig mit einem "Schild mit dem Namen des Künstlers auf dem Rücken" eingeliefert hatte und die "Überprüfung seines ausstellungsfähigen Zustands" verweigerte (so die Begründung der damaligen Senatsstelle), blieb Ulrichs zunächst noch einfach Mensch.

Text: SZ vom 20.12.2010/Till Briegleb/kat

Ausstellung bis 13. Februar 2011; Kunstverein Hannover (Info: www.kunstverein-hannover.de) und Sprengel-Museum Hannover (Info: www.sprengel-museum.de). Katalog bei Hatje Cantz, 216 Seiten, 28 Euro.

20. Dezember 2010, 11:032010-12-20 11:03:08 © SZ vom 20.12.2010/kar