Die Mehrzahl der mehr als hundert beteiligten Künstler begegnet der Globalisierung und den Folgen für die Kunst mit einer ähnlichen Mischung aus Skepsis, Zynismus und Humor. Der Belgier Francis Alÿs, der seit vielen Jahren in Mexiko lebt, stellte sich 1994 in Mexiko-Stadt mit einem Schild, das ihn als Tourist ausweist, zwischen arbeitslose Klempner, Maler und Elektriker, die an einen Zaun gelehnt, ihre Dienste feilbieten.

Guy Ben-Ner wiederum brachte den Stress des nomadisierenden Künstlers 2009 in seinem Video "Drop the Monkey" auf den Punkt. Es zeigt den israelischen Filmkünstler, der mit sich selbst zwischen Tel Aviv und Berlin hin und her telefoniert. Da das Material ausschließlich live und in der Kamera geschnitten wurde, musste Ben-Ner vor jeder neuen Einstellung an den jeweils anderen Ort fliegen. Im Verlauf des Films beschriftet Ben-Ner sein T-Shirt mit den Worten "I wish I was somewhere else". Der Künstler als ruheloser Melancholiker, der nirgendwo mehr zu Hause ist - auch das eine Folge der Globalisierung.

Bild: Hito Steyerl, "In Free Fall", 2010. HDV 1-Kanal Videoprojektion, Farbe, Ton, 32 min

25. Oktober 2011, 15:112011-10-25 15:11:11 © SZ vom 25.10.2011/anbo