Geradezu beängstigend wirkt ein eigens erstellter Film, der eine Unzahl von Daten zur zeitlichen und räumlichen Entwicklung von Biennalen und Kunstmärkten als gigantisches Panorama voller Parabeln, Zeitleisten und Leuchtpunkten visualisiert. Fast fühlt man sich an kriegerische Feldzüge und feindliche Eroberungen erinnert, die selbst den verwunschensten Winkel der Erde irgendwann heimsuchen.

In der Ausstellung selbst herrscht dann aber eine friedliche Koexistenz der Kulturen. Nur vereinzelt findet man hier jene aufreizend fröhliche Farbigkeit, die man gemeinhin mit Kunst aus Asien oder Afrika assoziiert. Wenn doch, dann in der Regel ironisch überhöht, wie die blinkende, trällernde Karaoke-Rikscha von Jin Shi aus Peking. Oder die prachtvollen Zöpfchenperücken des in Benin geborenen Performancekünstlers Meschac Gaba, die zu bunten Megazeichen wie einem gigantischen roten Christenkreuz, einem braunen Dollarsymbol oder einer griechischen Vase geformt sind und so auf dem Kopf getragen werden, dass sie die Gesichter verdecken.

Bild: Nástio Mosquito, Europe, 2010.Video, Farbe, Ton, 3:30 min

Bild: Nástio Mosquito 25. Oktober 2011, 15:112011-10-25 15:11:11 © SZ vom 25.10.2011/anbo