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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:Du bist mein Lieblingsmensch

Quentin Tarantino und die Coen-Brüder sind Meister der schrägen Regie. Von ihren Filmen ließen sich nun mehr als 100 Künstler für eine Ausstellung in Manhattan inspirieren. Die Bilder.

Toni Lukic

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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:Greg Gossel

Quentin vs. Coen Show

Quelle: SZ

Quentin Tarantino und die Coen-Brüder sind Meister der schrägen Regie. Von ihren Filmen ließen sich nun mehr als 100 Künstler für eine Ausstellung in Manhattan inspirieren. Die Bilder.

Quentin Tarantino und die Gebrüder Ethan und Joel Coen werden als Kult-Filmemacher gefeiert, Vergleiche ihres Werkes bleiben da nicht aus. Man muss sie nicht erst mit der Lupe sezieren, um zu erkennen, dass die Filme tatsächlich einiges an Gemeinsamkeiten aufweisen: Die Vorliebe für antirealistische Ästhetik, exzessive Gewaltszenen und schrägen Humor findet sich in jedem Werk der Filmemacher - nur unterschiedlich dosiert. Bei Tarantino zielt dieser Stil direkt auf die Zwölf, die Coens transportieren ihn mit subtilem Intellekt. Beide Linien haben ihre treue Gefolgschaft.

Einen Wettbewerb um die Darstellung der besten Filmfiguren liefern sich nun mehr als 100 Künstler in einer Ausstellung in Manhattan: Maler, Siebdrucker und Medienkünstler interpretierten ihre Lieblingscharaktere und -szenen von Pulp Fiction, The Big Lebowski und anderen Klassikern der schrägen Filmkunst.

Text und Bildauswahl: Toni Lukic/sueddeutsche.de/rus/bgr

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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:Omar Hauksson

Quentin vs. Coen Show

Quelle: Omar Hauksson

Reservoir Dogs (1992) war die Geschichte eines missglückten Raubüberfalls und markierte den Anfang des Hypes um Tarantino: Künstler Omar Hauksson interpretierte die Hauptfiguren Mr. White (Harvey Keitel), Mr. Pink (Steve Buscemi), Mr. Blonde (Michael Madsen) und Mr. Orange (Tim Roth) neu.

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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:Serge Gay jr.

Quentin Vs. Coen

Quelle: Serge Gay Jr.

Zwei Jahre später folgte Tarantinos größter Erfolg, sein vielzitiertes Meisterwerk Pulp Fiction (1994): Der Film quillt geradezu über von zum Kult erhobenen Einzelheiten, wie dem Soundtrack von Dick Dale and His Del Tones, den Dialogen ("Big Mac ist ein Big Mac, aber die nennen ihn Le Big Macke") und den vor Coolness fast schon platzenden Vincent Vega (John Travolta) und Jules Winnfield (Samuel L. Jackson). Serge Gay jr. hat sie alle in seinem Gemälde versammelt. Und dann wäre da natürlich noch Uma Thurman, ...

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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:Jason Levesque

Quentin vs. Coen Show

Quelle: Jason Levesque

... die in Pulp Fiction mit ihrer großen Frisur und der lebensrettenden Insulinspritze gleich mehreren Künstlern zur Inspiration verhalf, unter anderem Jason Levesque. Der sagenhaften Uma Thurman gegenüber wird in einem späteren Film namen Kill Bill II ein gewisser Bill sagen: "Du bist mein Lieblingsmensch, aber ich muss gestehen: Hin und wieder bist du ein echtes Drecksstück." So oder so ähnlich sieht Tarantino seine Lieblings-Hauptdarstellerin wohl auch am liebsten.

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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:Gustavo Ponce

Quentin vs. Coen

Quelle: Gustavo Ponce

Große Berühmtheit unter Filmfans erreichte auch die Zigarettenmarke Red Apple, hier von Gustavo Ponce dargestellt. Schließlich rauchen die Protagonisten der meisten Tarantino-Filme die Red Apple. Schleichwerbung? Mitnichten: Tarantino hat die Marke eigens für seine Filme erfunden.

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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:Lloyd Stas

Quentin vs. Coen Show

Quelle: Lloyd Stas

In Fargo (1996) zeigten die Coen-Brüder zum ersten Mal, wie bitter-böse und schwarz ihr Humor wirklich ist. Das war nichts für jeden, gerierte aber echte Coen-Jünger. So wie Lloyd Stas, der den stets schrägen Steve Buscemi auf seine persönliche Leinwand brachte.

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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:Dave Perillo

Quentin vs. Coen Show

Quelle: Dave Perillo

The Big Lebowski (1998) ist wohl der kultverdächtigste Film der Coen-Brüder - die meisten Coen-Fans unter den Künstlern wählten die Komödie rund um den Dude zu ihrer Inspirationsquelle - so wie Dave Perillo die Abenteuer und Mitstreiter des Jeffrey Lebowski (Jeff Bridges, Mitte) in Comicform malte.

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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:Greg Gossel

Quentin vs. Coen Show

Quelle: Greg Gossel

Der will ja eigentlich nur "Dude" genannt werden, oder "Seine Dudeheit, oder Duder, oder auch El Duderino" wie er es im Film dem Big Lebowski erklärt: Die lockeren Outfits, seine Vorliebe für den Drink "White Russian" sowie die "Whatever, man"-Einstellung machten den Dude in Gestalt von Jeff Bridges zur Fleischwerdung der Lässigkeit, der Greg Gossel auch auf seinem Gemälde huldigt. Auf solche Ehrerbietungen würde der Dude, zumindest der im Film, wohl entgegnen: "Ja, weißt du, das ist, vielleicht ..., deine Meinung, Mann."

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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:State of Shock

Quentin vs. Coen Show

Quelle: State of Shock

Der Widersacher des Dudes auf der Bowlingbahn und mit seinem violetten Einteiler und der Rattenschwanzfrisur wohl auch ein harter Konkurrent im Kampf um die Coolness ist zweifelsohne Jesus Quintana (John Turturro). Anders als der Dude ist Jesus nicht gerade der lässige Typ. "State of Shock" würdigte ihn in genau dieser Eigenschaft - und standesgemäß in Lila.

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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:Joshua Budich

Quentin vs. Coen Show

Quelle: Joshua Budich

Quentin Tarantinos Vorliebe für alte Filme ist hinlänglich bekannt. Jeder seiner eigenen Filme ist ein Tribut an Vorgänger-Filmschaffende wie Sergio Leone oder Stanley Kubrick. Zu behaupten, dass der Zweiteiler Kill Bill (2003/2004) sich an alte Filme anlehne, wäre schlichtweg untertrieben. Das Racheepos ist ein Feuerwerk von Eastern/Spaghetti-Western/Martial-Arts-Einflüssen. Von Uma Thurmans gelbem Trainingsanzug, der schon Bruce Lees bekanntestes Kleidungsstück war, bis hin zu Pai Meis ausufernden weißen Augenbrauen, die in der Historie der chinesischen Kampfkunst verankert sind, feiern die Filmbezüge aus dem Film auf Joshua Budichs Bild eine Tarantino-Filmkunst-Party.

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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:Charles Moran

Quentin vs. Coen Show

Quelle: Charles Moran

Mit ebenfalls schaurigen Gewaltszenen, dafür beileibe nicht so voller Splatter kam No Country for Old Men (2007) daher. Den Coens brachte der Thriller drei Oscars und Javier Bardem einen für den besten Nebendarsteller ein. Bis auf Bardems schrecklich schaurigen Potthaarschnitt, der in Charles Morans Bild in seiner ganzen Hässlichkeit leider nicht zur Entfaltung kommt, enthält der Film kaum Kultelemente, ist aber dennoch oder gerade deshalb der wahrscheinlich beste Film der Coen-Brüder.

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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:Tim Doyle

Quentin vs. Coen Show

Quelle: Tim Doyle

Mit seinem jüngsten Film Inglourious Basterds (2009) hat Tarantino zum ersten Mal ein Geschichtsthema, nun ja, "behandelt". Wir wussten schon vor dem Film und wissen es nachher immer noch, dass natürlich nicht die gesamte Führungselite des Naziregimes in einem französischen Kino verbrannt ist. Aus dem Holocaust-Thema allerdings eine Art Italo-Western zu machen, und daran nicht zu scheitern, das kann sich wohl auch nur ein Quentin Tarantino erlauben. Tim Doyle interpretierte die Szene, in der die Jüdin Shosanna (Mélanie Laurent) sich darauf vorbereitet, zur Premiere des Nazifilms Stolz der Nation das Kino niederzubrennen.

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Ausstellung: Tarantino vs. Coens:Gigart

Quentin vs. Coen Show

Quelle: Gigart

Sein Ohr hat sich Tarantino, so weit uns bekannt ist, noch nicht abgeschnitten - indem aber der Künstler Gigart sowohl thematisch als auch in der Bildsprache Vincent van Gogh mit ihm verknüpft, reiht er den Filmkünstler endgültig ein in die Reihe der größten Künstler aller Zeiten, die zu Lebzeiten noch unterschätzt, der Nachwelt dafür in ewiger Erinnerung bleiben. Und das dürfte Tarantino wohl ziemlich gut gefallen. Zumal er selbst schon zu Lebzeiten Kult-Status erreicht hat, woran die Ausstellung deutlich erinnert.

Die "Bold Hype Gallery" zeigt die Ausstellung "Tarantino vs. Coens. A Tribute to the directors. Curated by Ken Harman"  vom 7. bis zum 9. April in Manhattan.

© sueddeutsche.de
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