Ausstellung: AmazonenMit Pfeil und Busen

Der Tag, an dem die Amazonen kamen: Eine Ausstellung über die männermordenden, barbusigen Kriegerinnen erzählt die Geschichte des wehrhaften Frauenvolks.

Es gab sie wirklich, die separat lebenden, männermordenden, Brüste zeigenden Kriegerinnen: Das Historische Museum in Speyer erzählt die Geschichte der Amazonen.

Lasst uns zu den Waffen greifen! Wir haben dazu das Recht, von Natur aus und sogar vor dem Gesetz; lasst uns den Männern zeigen, dass wir ihnen weder an Mut noch an Tugend unterlegen sind!" So rief in der Französischen Revolution Théroigne de Méricourt. Sie war ein jakobinisches "Flintenweib". Dieser Frau, die 1792 am Sturm auf den Tuilerienpalast beteiligt war, schwebte die Bildung eines eigenen "Amazonenkorps" vor. Das wurde dann selbst den veränderungswilligsten männlichen Revolutionskollegen ein bisschen zu viel. Aber es belegt die ungeheure Wirkung des alten Mythos von den Amazonen in der Neuzeit, bis hin zur entblößten Brust der fahnenschwingenden "Freiheit" in dem berühmten Revolutionsbild von Eugène Delacroix (1830).

Text: SZ vom 21.09.2010/ Johan Schloemann/ sueddeutsche.de/ls

21. September 2010, 10:532010-09-21 10:53:27 © SZ/ls