In deutschen Supermärkten sei die Welt noch in Ordnung. Sie seien das Einzige, was im Land noch funktioniere, sagt Chris. Er betreibt ein Café in der Pforzheimer Innenstadt. Eigentlich wollte August Modersohn dort nur einen Espresso trinken, aber nun ist der Journalist wach, die Schimpftiraden vom Tresen wirken noch stärker als das Koffein. Chris führt zwar nicht aus, was genau er an Supermärkten schätzt, stattdessen schimpft er ausgiebig über Deutschland: Alles gehe den Bach hinunter, niemand sei mehr sicher. Modersohn kommen Chris’ Worte zwar wie auswendig gelernt vor, aber die Unzufriedenheit ist echt.
SachbuchOhne Netz
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Wie geht es Deutschland 35 Jahre nach der Wiedervereinigung? August Modersohn reist in alle Teile des Landes − und vergisst ausgerechnet, wo die Welt am meisten verändert wurde.
Von Sophia Coper
