Es gibt Gemälde, die auf den ersten Blick konventionell, aber auf den zweiten ungewöhnlich erscheinen. Von Giovanni Battista Cima da Conegliano stammt eine Darstellung Marias mit dem Jesuskind vor einem lieblichen Landschaftsausschnitt aus der Zeit um 1500. Aber dieses Kind erheitert nicht durch das Spiel mit Vögeln oder Früchten, sondern schläft mit vor der Brust verschränkten Armen und wird von seiner Mutter auf die marmorne Brüstung gebettet. Sofort fühlt man sich an die Grablegung des toten Christus oder die Eucharistiefeier auf einer Altarmensa erinnert. Denn mit einem Blick voller Vorahnungen schaut auch Maria auf den Kleinen. Das Blau ihres Mantels steht dabei in effektvollem Kontrast zu dem leuchtend roten Vorhang.
Altmeisterkunst aus der UkraineDer Frieden ist aus weißem Marmor
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Rembrandt und Rubens, Madonnen und Feuersbrünste: Die Altmeister-Sammlung des Kiewer Khanenko-Nationalmuseums musste vor dem Krieg in der Ukraine evakuiert werden. Jetzt kann man sie in Aschaffenburg sehen.
Gastbeitrag von Jürgen Müller