Berlin war mal so anders. So leer, verrucht und mieterfreundlich. Sein Logo war die Lücke, und damit die verlockende Möglichkeit, dass da mal irgendwas passiert, irgendwann wohlgemerkt. Denn in den stadtbildprägenden schmutzigen Freiräumen der Achtziger, die der Krieg und die typische West-Berliner Trägheit bewahrt hatten, die manchmal auch Depression war, lag Versprechen, aber auch Gleichmut. Die enorm niedrigen Lebenskosten, der attraktive Leerstand und der fehlende Zugriff des Militärs in der eingemauerten Stadt riefen Menschen von überall her. Ihr Anfangsverdacht: Sie könnten die Lücken zwischen den Häusern, den Kiezen und im Angebot, aber auch in den sozialen Gegensätzen und den Ambitionen mit etwas Eigenem füllen. Aber die Lücken waren immer stärker. Doch dann passierte noch etwas. 1989. Die Kehrtwende.
Art Week BerlinDiese Lücke, diese herrliche Lücke
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Bei der Grundsteinlegung der Hessischen Landesvertretung am Potsdamer Platz, Berlin-Tiergarten, 17. September 1999
Ute Mahler/OstkreuzEine Stadtgemeinschaft, in der es nicht primär ums Geld geht: Um diese Utopie kreisen die besten Ausstellungen der „Art Week“ in Berlin.
Von Till Briegleb
