Jazz:Melancholie der Zwischentöne

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Aus Lahore nach Brooklyn: Arooj Aftab. (Foto: Shreya Dev Dube)

Was für eine Stimme: Die Sängerin Arooj Aftab zieht auf ihrem neuen Album mit ihren rauchigen Linien ganze Welten zusammen. Da wirkt die Frage, ob das Jazz ist, hoffnungslos veraltet.

Von Andrian Kreye

Hin und wieder taucht eine Stimme auf, die wie ein Gravitationszentrum alles an sich zieht. Die Musik, die Zuhörenden, die Aufmerksamkeit. Die pakistanische Sängerin Arooj Aftab hat so eine Stimme. Rauchig, von einer Melancholie getragen, die sich weder auf den Blues noch auf die Romantik bezieht, und vor allem mit einer Tragweite, die aus einer ganzen Strophe eine in sich geschlossene Melodielinie formen kann. Was auch damit zu tun hat, dass sie in Saudi-Arabien und Pakistan aufwuchs, wo Jazz und Pop Subkulturen einer faszinierenden Fremde waren. So brachte sie eine Musiktradition in ihr Studium an der Jazzhochschule Berklee mit, die sich im Zeitgefühl und Melodieverständnis nicht an den Taktungen und wohltemperierten Skalen des globalen Nordens orientierte. Dass das auf ihrem neuen Album „Night Reign“ (Verve) trotzdem auf Anhieb nicht nur vertraut, sondern unwiderstehlich klingt, liegt auch daran, dass Jazz und Pop am Berklee College of Music mit einem Male der Kanon waren, an dem man sich messen musste.

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