Armin Müller-Stahl "Drei Rollen noch, dann sage ich Adieu"

Nicht mehr lang, dann will der deutsche Schauspieler seine Karriere beenden. Doch nicht nur des Alters wegen hört er auf. Müller-Stahl geht mit seiner Zunft hart ins Gericht.

Der deutsche Hollywood-Star Armin Mueller-Stahl will bald seine Karriere als Schauspieler beenden. "Ich spiele noch zwei, drei Rollen, dann sage ich der Schauspielerei Adieu. Ich muss nicht mehr mit hängender Zunge von einem Film zum nächsten rennen. Und ich muss auch niemandem mehr beweisen, dass ich noch gut im Geschäft bin", sagte der 75-jährige der Bild am Sonntag.

Seine aktuelle Rolle: Armin Mueller-Stahl als Karl Winter in dem Spielfilm "Ich bin die andere". Ein Ingenieur verbringt eine amouroese Nacht mit einer geheimnisvollen Frau. Als er sie spaeter wiedertrifft, verfaellt er ihr.

(Foto: Foto: ddp)

Der in Ostpreußen geborene Mueller-Stahl wurde in der DDR wegen seines Protestes gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann mit einem Berufsverbot belegt und reiste 1980 von Ost- nach Westberlin aus. Mit fast 60 Jahren zog er nach Hollywood, heute lebt er in Kalifornien. 1989 hatte Mueller-Stahl mit "Music Box" von Costa Gravas seinen ersten Hollywood-Erfolg.

Inzwischen ist er jedoch auf Distanz zu seinem Beruf gegangen. "So wie die Schauspielerei heute funktioniert, kann ich sie nicht ernst nehmen. Wenn ich jemanden von der Straße hole, in eine Serie setze und der wird anschließend berühmt, hat das mit meiner Auffassung dieses Berufs nichts zu tun", sagte er. Es sei "absurd", wenn amerikanische Stars 30 Millionen Dollar pro Film verlangen können und auf 300 Millionen kommen, wenn sie noch am Verkauf beteiligt sind.

"Und es ist vollkommen absurd, dass ein Produzent noch viel mehr verdienen kann." Drei Rollen habe er noch zugesagt, unter anderem werde er noch in der Neuverfilmung der "Buddenbrooks" von Heinrich Breloer mitwirken. Anschließend wolle er sich nur noch der Malerei, der Musik und der Förderung junger Künstler widmen.