FilmJenseits des Regenbogens

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Der Junge Arco reist mit seinem Zeitreise-Cape vom Jahr 2932 ins Jahr 2075.
Der Junge Arco reist mit seinem Zeitreise-Cape vom Jahr 2932 ins Jahr 2075. Wild Bunch
  • Der Animationsfilm „Arco" erzählt von einem zehnjährigen Jungen, der aus dem Jahr 2932 versehentlich ins Jahr 2075 reist und dort auf die Folgen des Klimawandels trifft.
  • Der französische Film von Ugo Bienvenu wurde seit seiner Cannes-Premiere 2025 weltweit gefeiert und war für einen Oscar als „Bester animierter Spielfilm" nominiert.
  • Hollywoodstar Natalie Portman hat das Projekt mitproduziert.
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Die Welt von morgen ist kaputt, aber für die Welt von übermorgen gibt es noch Hoffnung: Der tolle Animationsfilm „Arco“ ist eine aufregende Zeitreise in die Zukunft.

Von Josef Grübl

Irgendwo über dem Regenbogen, ganz weit oben, liegt ein sagenhaftes Land. Judy Garland hat es einst besungen. Genau dort, auf einem Plateau jenseits der Wolkendecke, lebt Arco. Die Eltern und die ältere Schwester des zehnjährigen Jungen fliegen durch Zeit und Raum, er selbst muss zu Hause bleiben und Hühner füttern: Arco ist noch zu jung für Flugabenteuer. Selbstredend findet er das ungerecht, wie selbstverständlich schnappt er sich das regenbogenbunte Zeitreise-Cape der Schwester und hebt ab in die Lüfte. Er kommt auch wieder herunter, allerdings nicht wie beabsichtigt im Zeitalter der Dinosaurier, sondern in der Welt des Jahres 2075. Wie Arco da gelandet ist? Keine Ahnung. Wie er da wieder wegkommen soll? Dito.

„Arco – Eine fantastische Reise durch die Zeiten“ ist ein Science-Fiction- und Zeitreisefilm, der auf mehreren Ebenen überrascht. Sein Titelheld will aus der nahen Zukunft zurück in die noch weitere Zukunft: Genauer gesagt heim ins Jahr 2932. Klingt futuristisch, ist aber eher retrofuturistisch, fast so, als wäre dieser Animationsfilm in den Sechziger- oder Siebzigerjahren entstanden. Damals glaubte man noch an das Gute im technologischen Fortschritt und verband ihn mit nostalgischer Ästhetik. Das Haus von Arcos Familie erinnert an die sechzig Jahre alte Kunststoffhütte „Futuro“ des finnischen Architekten Matti Suuronen, die heute in München vor der Pinakothek der Moderne steht.

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Überraschend ist auch die Herkunft des Films, der wie ein Anime aus dem Studio Ghibli aussieht: Mit dem Japaner Hayao Miyazaki und seiner berühmten Zeichentrickfilmschmiede hat das Spielfilmdebüt des Franzosen Ugo Bienvenu aber nichts zu tun. „Arco“ entstand komplett in Paris, eine der Produzentinnen ist Hollywoodstar Natalie Portman. Am meisten überrascht sein dürften die Macher selbst: Seit seiner Premiere beim Festival in Cannes 2025 wird ihr vergleichsweise kleiner Film heiß geliebt, er wurde mit Preisen ausgezeichnet und weltweit verkauft. Dieses Jahr war er sogar für einen Oscar als „Bester animierter Spielfilm“ nominiert.

Regenbögen sind nicht nur auf den Fahnen der LGBTQ-Plus-Bewegung zu sehen, sondern stehen allgemein als Symbol für Frieden, Hoffnung und spirituelles Wachstum. Wenn Arco durch den wolkengrauen Himmel fliegt, sieht es aus, als hinterließe er regenbogenfarbene Chemtrails. Kein Wunder also, dass Iris ihn für einen Zauberer hält, vielleicht sogar für den aus Oz. Die Zehnjährige entdeckt den Jungen und nimmt ihn mit nach Hause. Dort lebt sie mit ihrem Bruder und einem Haushaltsroboter, die Eltern sind abwesend und melden sich nur manchmal per Hologramm. Das Jahr 2075 hat einige technische Neuerungen parat, vor allem aber Unannehmlichkeiten: Der Meeresspiegel ist angestiegen, die Wälder brennen, das Wetter ist extrem.

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Darüber hinaus suchen drei Männer nach Arco. Was sie genau vorhaben, verraten sie nicht. Was sie verbindet, ist aber ihre Dusseligkeit, als Antagonisten taugen sie nicht wirklich. Überhaupt geht es in dieser Story recht friedlich zu, fast schon gemächlich. Alle sind nett zueinander, die Menschen, die Roboter, selbst die besorgten Eltern machen Arco keine Vorwürfe. Das könnte man als erzählerisches Manko deuten – oder als klare Vision der Filmemacher. Es geht ihnen nicht um Konflikte, ihr Film ist eine Utopie, eine optimistische und lebensbejahende Geschichte.

Dabei zeigt „Arco“ die Folgen von Umweltzerstörung und Klimawandel recht konkret: Die Welt von morgen ist kaputt, daran besteht auch in diesem Film kein Zweifel. Für die Welt von übermorgen gibt es aber noch Hoffnung, da leben die Menschen über den Wolken und die Erde darf sich erholen. Auch deshalb heben Arco und seine Freundin Iris ab. Sie fliegen durch dicke Regenwolken und hinterlassen einen strahlend bunten Regenbogenschweif.

Arco, F/USA 2025 – Regie: Ugo Bienvenu. Drehbuch: Ugo Bienvenu, Félix de Givry. Wild Bunch Germany, 88 Minuten. Kinostart: 9. April 2026.

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