Architekturbiennale in VenedigDie Moderne und ihre Monster

Zum ersten Mal gestalten Süd- und Nordkorea einen gemeinsamen Pavillon, der russische liefert die besten Ideen für die Zukunft, Belgien thematisiert die Privatwohnung: Ein Rundgang durch die besten Pavillons der Architekturbiennale.

Von Laura Weißmüller, Venedig

Premiere bei der Architekturbiennale in Venedig: Für die Pavillons gab Biennale-Chef Rem Koolhaas ein Thema aus: "Absorbing Modernity 1914-2014". Und alle hielten sich daran. Die besten Pavillons in der Einzelbetrachtung.

Frankreich

Wer das Wort Moderne in der Architektur ausspricht, bekommt auch ihre Monster: gesichtslose Betonkästen in Endlosreihen, die selbst ihre Bewohner hässlich finden und alle anderen im großen Bogen meiden. Doch der Traum der seriellen Herstellung, der Fertighäuser und intelligenten Wohnsysteme, war für das 20. Jahrhundert wegweisend. Großmeister wie Le Corbusier und Jean Prouvé haben ihn eifrig verfolgt.

Deswegen kann man Frankreich nur zu seinem Pavillon gratulieren: Nicht nur, weil die Kuratoren dort den Mut haben, die Folgen dieser Modernesehnsucht, allen voran die Ghettoisierung, mittels Film und großformatigen Modellen zu beleuchten. Sondern auch weil sie es so klar und auch unterhaltsam tun: Mitten im Pavillon steht das quietschbunte Modell der Villa Arpel. Die war 1958 die Hauptfigur in Jacques Tatis Film "Mon Oncle". Das Haus piesackte seine Bewohner mit seinen technischen Neuheiten.

Bild: Courtesy la Biennale di Venezia 7. Juni 2014, 16:382014-06-07 16:38:55 © SZ.de/ihe/rus