Arbus-Ausstellung in BerlinVerbeugung vor der Welt

Schonungslose Pionierin: Zu Lebzeiten wurden ihre Bilder kaum gezeigt, doch inzwischen gelten Diane Arbus' Fotografien als Vorbilder für Fotografen-Legenden wie Nan Goldin oder Wolfgang Tillmans. Der Martin-Gropius-Bau würdigt nun ihr Werk.

Zu Lebzeiten wurden ihre Fotos nur bei zwei Gruppenausstellungen gezeigt, doch inzwischen stehen Diane Arbus' Fotografien im Zusammenhang nachfolgender Fotografen-Legenden wie Nan Goldin oder Wolfgang Tillmans. Der Martin-Gropius-Bau würdigt die schonungslose Pionierin, in deren besten Bildern es still wird.

Jemand mit zwei Köpfen wird etwas wissen, was du nicht weißt. Solche Menschen sind wie jemand in einem Märchen, der dich anhält und dir ein Rätsel aufgibt", hat Diane Arbus einmal gesagt. Es könnte der Grund sein, warum nicht einmal Liliputaner, Schönheitsköniginnen, Transvestiten und Republikaner auf ihren Fotos aussehen wie Freaks, obwohl da noch etwas herausquillt aus ihrer Erscheinung, mehr als Kostüm und Körper ohnehin schon hergeben.

Die im Jahr 1923 in New York geborene Fotografien hat in nur 15 Jahren - sie starb 1971 durch Freitod - ein Werk geschaffen, das nicht nur die Geschichte der Fotografie und der Kunst entscheidend beeinflusst hat.

Diese Expeditionen haben - auf dem Höhepunkt ihrer wirtschaftlichen und politischen Macht - ein Jenseits der Vereinigten Staaten gezeigt, ein entlegenes Land, das wie von einer Fee verzaubert schien, von der man noch nicht wusste: gut oder böse.

Identische Zwillinge, Roselle, N.J., 1967

Bild: The Estate of Diane Arbus 1. Juli 2012, 09:082012-07-01 09:08:51 © Süddeutsche Zeitung vom 30.6.2012/pak