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Appell:Europasolidarität

Europawahl

„Europa hat uns alles gegeben, was wir sind – jetzt ist es auch an uns, zurückzugeben.“

(Foto: Boris Roessler/dpa)

Intellektuelle und Autoren wie Sibylle Berg, Uwe Timm und Frank Schätzing fordern in einem Aufruf Corona-Bonds.

Im Streit um mögliche Corona-Bonds in der Europäischen Union melden sich auch zahlreiche deutsche Autoren, Intellektuelle und Wissenschaftler zu Wort. In einem offenen Brief verlangen sie: "Die Länder der Europäischen Union müssen sich - auch im ureigenen deutschen Interesse - ökonomisch maximal gemeinsam solidarisch verhalten und sich gegenseitig absichern." Das Schreiben mit dem Titel "Europäische Corona-Bonds jetzt!" (www.corona-bonds-jetzt.de) haben der Publizist Jörg Bong, der Verleger Helge Malchow und die Regisseurin und Lit.Cologne -Kuratorin Regina Schilling initiiert.

Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern gehören unter anderem Sibylle Berg, Frank Schätzing, Claus Leggewie, Uwe Timm sowie Sibylle Lewitscharoff. Sie fordern die Bundesregierung auf, dem Vorschlag des italienischen Regierungschefs Giuseppe Conte und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf dem nächsten EU-Gipfel zuzustimmen. Die Lage verlange konkrete, sofortige Solidarität: "Europa hat uns alles gegeben, was wir sind - jetzt ist es auch an uns, zurückzugeben." Bisher gehört Deutschland in der EU zu den Gegnern von Corona-Bonds, die die Mitgliedsstaaten gemeinsam herausgeben würden, um neue Schulden aufzunehmen. Am Dienstagabend hatte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte in einem ARD-Interview an die europäische Solidarität appelliert. Corona-Bonds seien dringend nötig, um Länder zu unterstützen, die besonders heftig unter der Corona-Krise leiden. Er wolle auch betonen, dass das nicht bedeutete, dass die deutschen Bürger "auch nur einen Euro der italienischen Schulden bezahlen müssen".

© SZ vom 02.04.2020 / SZ

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