Sagrada FamíliaGöttlich oder Gotteslästerung?

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„Mein Kunde hat keine Eile“, sagte Antoni Gaudí über seinen Bauherrn. Er meinte Gott.
„Mein Kunde hat keine Eile“, sagte Antoni Gaudí über seinen Bauherrn. Er meinte Gott. Getty/Imago

Pünktlich zum 100. Todestag von Antoni Gaudí ist die Vollendung seiner Sagrada Família absehbar - Kritiker bezeichnen sie als „religiösen Themenpark“. Muss sich der Architekt im Grab umdrehen?

Von Gerhard Matzig

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Antoni Gaudí i Cornet erwacht am 7. Juni vor 100 Jahren dort, wo er zuletzt lebte: auf der Baustelle. Heute ist es die älteste Baustelle der Welt (sorry, Stuttgart 21), damals war es ein Skandal. Gaudí ist 1926 73 Jahre alt. Seit vier Jahrzehnten verwirklicht er in Barcelona den Traum aller Architekten jener Zeit: den Bau einer Kathedrale. Am Abend wird Gaudí, der einmal zur gesellschaftlichen Elite zählte, jetzt aber einen weißen Zauselbart, selbstgebastelte Schuhe aus Gras und verlotterte Kleidung trägt, von einer Straßenbahn der Linie 30 erfasst. Der Schaffner hält den Architekten für einen Obdachlosen. Drei Tage später stirbt er in einem Armenspital.

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