Als ich in Australien ankam, war ich noch nicht mal zwei Jahre alt. Meine Eltern und ich waren Flüchtlinge. Jüdische Flüchtlinge. Meine Mutter und mein Vater waren in Nazi-Ghettos eingesperrt gewesen, in Arbeitslagern und Todeslagern. Wir lebten mit mehreren anderen jüdischen Vernichtungslager-Überlebenden und ihren Kindern im selben Haus. Dieses Haus war erfüllt von Trauer. Aber auch von Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass dieses Land uns gerettet hatte und es uns ermöglichte, so normal aufzuwachsen, wie es nach so viel katastrophalem Hass, Horror und Verlust eben möglich war.
Nach dem Attentat am Bondi Beach„Australien, da war ich mir sicher, würde uns beschützen“
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Trauer am Bondi Beach: An dem Strand in Sydney ermordeten zwei Attentäter 15 Mitglieder der jüdischen Gemeinde.
SAEED KHAN/AFPIhre Eltern überlebten die Lager der Nazis, am anderen Ende der Welt begann die Familie neu. Dass ihr Zufluchtsort aber nicht das Paradies ist, hätte unsere Autorin schon nach dem 7. Oktober ahnen können: „Vergast die Juden!“, skandierte da ein Mob in Sydney.
Gastbeitrag von Lily Brett
