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Anna Netrebko:Das Phänomen der Oper

Eigentlich sollte Anna Netrebko an diesem Wochenende in München singen, doch ihr Auftritt wurde wegen Krankheit abgesagt. Falls Sie die "Cindy Crawford der Opernszene" vermissen: die schönsten Bilder.

Daniela Otto

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'La Traviata' - Anna Netrebko

Quelle: dpa/dpaweb

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Eigentlich sollte Anna Netrebko an diesem Wochenende in München singen, doch ihr Auftritt wurde wegen Krankheit abgesagt. Falls Sie die "Cindy Crawford der Opernszene" vermissen: die schönsten Bilder.

Sie ist der Popstar unter den Operndiven, eine der gefeiertsten Sopranistinnen der Welt, ihre Karriere phänomenal: Kaum eine Sängerin, zumal auf dem Gebiet der Klassik, hat heute auch nur einen annähernd großen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad wie die 39-jährige Netrebko (im Bild als Violetta in Giuseppe Verdis Oper La Traviata  bei den Salzburger Festspielen 2005). Ihre Schönheit gereicht ihr dabei nicht nur zum Vorteil - so mancher Kritiker stellt die Frage, was denn nun beeindruckender sei: ihr Gesangstalent - oder ihr hübsches Äußeres.

Geboren wurde Anna Netrebko in Russland, seit 2006 besitzt sie auch die österreichische Staatsbürgerschaft und zählt Wien neben New York und Sankt Petersburg zu ihren Hauptwohnsitzen.

Text und Bildauswahl: Daniela Otto/sueddeutsche.de/rus/kar

Opernsängerin Anna Netrebko

Quelle: dpa/dpaweb

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Als Tochter einer Ingenieurin und eines Geologen begeisterte sie sich schon als Kind für klassische Musik: Ihre erste Operette sah sie als junges Mädchen - ein Schlüsselerlebnis, wie sie in einem Interview sagte: "Die Csárdásfürstin war der Grund, warum ich auf die Bühne wollte."

Anna Netrebko in München, 2005

Quelle: AP

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Erste Erfolge konnte sie in ihrer Heimat feiern: Nach dem Gesangsstudium am Rimski-Korsakow-Konservatorium in Sankt Petersburg gewann sie 1993 in Moskau den Glinka-Gesangswettbewerb. Der Grundstein für ihre Karriere war gelegt. 1994 debütierte sie als Susanna in Mozarts Le nozze di Figaro.

Anna Netrebko

Quelle: ddp

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1995 begann ihre internationale Karriere: Als das Marinskii-Theater in Sankt Petersburg, bei dem sie engagiert war, in San Francisco gastierte, erhielt sie hervorragende Kritiken. Von da an folgte eine große Rolle der nächsten - und das weltweit.

Cinema for Peace

Quelle: dpa

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Die Ausnahmesopranistin trat unter anderem in New York, Wien, London, München und seit 1998 regelmäßig bei den Salzburger Festspielen auf. Dort feierte sie 2002 als Donna Anna in Mozarts Don Giovanni ihren endgültigen Durchbruch.

'Wetten, dass...?'

Quelle: ddp

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Auf einmal kannte sie jeder: Netrebko (im Bild mit Rolando Villazon 2005 bei Wetten, dass ...?) stieg zu dem gehypten Superstar auf, den die Opernszene seit dem Tod von Maria Callas gesucht hatte. 2004 veröffentlichte sie ihre DVD The Woman, the Voice. Obwohl sie ausschließlich klassische Musik sang, roch die Inszenierung eher nach Videoclips in MTV-Ästhetik - was vielen, aber nicht allen gefiel. Kritiker monierten die Fokussierung auf Netrebkos Schönheit, die tatsächlich oftmals von ihrem Gesang abzulenken scheint.

Summit Meeting of Classical Music Stars - Press Conference

Quelle: dpa

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Zu einem ihrer schärfsten Kritiker gehört Jürgen Kesting, eine Art Reich-Ranicki der Gesangsszene: Er sprach vom Wunschbild einer Diva, nannte Netrebko die "Cindy Crawford der Oper" und schrieb, sie sei "eine hinreißende Sängerin für Leute, die mit den Augen hören".

La Traviata bei den Salzburger Festspielen 2005

Quelle: ddp

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Ihren Fans jedoch gefällt gerade diese spezielle Mischung aus musikalischem Talent und mindestens so hinreißender Optik: 2006 gab sie (im Bild eine Szene aus La Traviata bei den Salzburger Festspielen 2005) gemeinsam mit den Star-Tenören Plácido Domingo und Rolando Villazón das bisher meist gesehene weltweit übertragene Klassikkonzert - und begeisterte damit zwei Tage vor dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft auch Klassik-ferne Zuschauer für klassische Musik.

Anna Netrebko, Erwin Schrott

Quelle: Andres Leighton/ AP

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2008 bekam sie mit dem uruguayischen Bassbariton Erwin Schrott (im Bild) einen Sohn und nahm sich eine Auszeit. Die Bühne habe sie kein bisschen vermisst, sagte sie in einem Interview: "Ich war schrecklich gerne schwanger."

NETREBKO

Quelle: AP

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Netrebko ist nach ihrer Babypause längst auf die Bühne zurückgekehrt. Im April sang sie an der Wiener Staatsoper die Titelrolle in Anna Bolena. Ob wegen ihrer Stimme oder ihres Aussehens, Netrebko erhielt tosenden Applaus - am Ende zählt wohl doch nur das gelungene Gesamtpaket.

Für alle, die sie an diesem Samstag in München heiße ersehnt haben und nun schmerzlich vermissen werden, noch ein Trostpflaster zum Schluss: Für den 11., 14. und 17. Mai soll Anna Netrebko wieder zu Gast in München sein und als Adina in L'elisir d'amore von Gaetano Donizetti in der Bayerischen Staatsoper in München auftreten. Und falls ihre Stimme noch angeschlagen sein sollte, wird sie zumindest hübsch anzusehen sein. Soviel ist sicher.

© sueddeutsche.de/dato
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