Vermutlich wird das noch länger so bleiben: drinnen Überwältigung, draußen Demo. Wenn Anna Netrebko auftritt, liegen Glück und Entrüstung nah beieinander. Das Glück hat mit Kunst zu tun, die Entrüstung mit Politik. An der Berliner Staatsoper Unter den Linden singt Netrebko die Amelia in Verdis „Un ballo in maschera“, die Premiere ist Teil der Festtage der Oper, bei denen auch Markus Hinterhäuser, bis vor Kurzem noch Intendant der Salzburger Festspiele, als Pianist hätte auftreten sollen. Er sagte aber den Liederabend mit Matthias Goerne ab, vermutlich ist ihm gerade nicht nach öffentlichen Auftritten.
OperDraußen Demo, drinnen Überwältigung
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Anna Netrebko als Amelia, links Charles Castronovo als Riccardo, der Herrscher, der sie liebt.
Stephan RaboldDie einen halten Anti-Putin-Schilder hoch, die anderen suchen verzweifelt Karten: Anna Netrebkos Auftritte polarisieren nach wie vor. Davon unbeeindruckt gibt sie eine sensationelle Amelia in Verdis „Maskenball“ an der Berliner Staatsoper ab.
Von Egbert Tholl
