Verlegerin Julia Orlowa:"Ein schwerer Schlag"

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Ein Mann in den Trümmern der Großdruckerei nach dem russischen Angriff auf Charkiw. (Foto: Andrii Marienko/AP)

Vivat ist einer der größten Verlage in der Ukraine. Nun wurde bei dem russischen Angriff auf Charkiw die Druckerei getroffen. Verlegerin Julia Orlowa über das Ausmaß der Zerstörung.

Interview von Sonja Zekri

Der russische Angriff auf die Druckerei des Vivat-Verlages im ukrainischen Charkiw hat sieben Menschen getötet, mehr als 20 verletzt. Und er hat 55 000 Bücher vernichtet. Vivat, gegründet 2013, ist einer der größten Verlage des Landes und druckt seit einigen Jahren nur noch in ukrainischer Sprache. Zu seinen Büchern gehören etwa die Aufzeichnungen des Kinderbuchautors Wolodymyr Wakulenko, der in Isjum von russischen Truppen ermordet worden war. Viele Mitarbeiterinnen waren ins Ausland geflohen, dennoch bemüht sich der Verlag, sein Programm nicht nur beizubehalten, sondern auszuweiten. Vivat eröffnete sogar neue Buchhandlungen. Der Schriftsteller Serhij Zhadan, inzwischen in der Armee, postete am Freitag auf "X" ein Foto von sich vor der Vivat-Buchhandlung in Charkiw und schrieb auf Facebook: "Das ukrainische Buch ist die ukrainische Stärke. Deshalb will der Feind es zerstören." Vivat-Verlegerin Julia Orlowa war zum Zeitpunkt des Angriffs in Warschau. Dort erreicht sie dieser Anruf.

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