So machen Sie sich lächerlich: 

Indem Sie alles, was auf zwei Beinen tanzt, als Ballett bezeichnen. Wie hier 1998 der damalige FDP-Fraktionsvorsitzende Hermann Otto Solms, der damalige Generalsekretär Guido Westerwelle und der damalige Parteivorsitzende Wolfgang Gerhardt (v.l.n.r.), die sich über einen Gastauftritt der "Ballett-Stars" des Circus Roncalli im FDP-Flügel des Bundestages freuten, damals noch in Bonn.

Wer mit DJ Ötzi beim Musikantenstadl auf der Bühne steht, hat genauso viel mit Ballett zu tun wie das französische Cabaret (eine Gattung des französischen Musiktheaters, Stichwort: Moulin Rouge) mit dem deutschen Begriff des politischen Kabaretts.

Halten Sie folgenden Kurzvortrag über die Geschichte des klassischen Balletts an geeigneter Stelle - bestimmt lächelt jemand:

Das klassische Ballett entwickelte sich aus den höfischen Tänzen an italienischen und französischen Fürstenhöfen im 15. und 16. Jahrhundert und blieb zunächst Männern vorbehalten, wurde von Sonnenkönig Ludwig im 17. Jahrhundert mit einer Pariser Tanzschule professionalisiert, zu der später auch Frauen zugelassen wurden, entwickelte sich im 18. Jahrhundert zum Bühnendrama und erlebte im 19. Jahrhundert in Russland seine Hochzeit, wo klassische Stücke wie Schwanensee und der Nussknacker entstanden. Während sich seitdem das Ballett in der westlichen Welt von der Klassik und Strenge zu einer modernen Form des Tanztheaters entwickelte, blieb das klassische Ballett bis heute vor allem in osteuropäischen Saaten erhalten. Seit Mitte der 1950er Jahre ist das klassische Repertoireballett der russischen Tradition auch auf westeuropäischen Bühnen heimisch geworden und bildet den Gegenpol zum modernen Tanztheater.

Bild: AP 20. Januar 2011, 18:122011-01-20 18:12:01 © sueddeutsche.de/mel