bedeckt München 29°

Andrea Camilleri im Interview:"Wenn ich aufstehe, liegen die Geschichten bereit"

Andrea Camilleri Rome 2001 AUFNAHMEDATUM GESCHÄTZT PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY FG0087

Andrea Camilleri, 92 Jahre alt, hat zunächst für Theater und Rundfunk gearbeitet. Weltweite Bekanntheit brachte ihm schließlich die Erfindung einer Krimi-Serie rund um den Commissario Montalbano ein.

(Foto: imago)

Andrea Camilleri, Erfinder der Romanfigur Commissario Montalbano, ist 92 Jahre alt. Ein Gespräch über die Vorzüge des Alters, das Ende der Mafia und das Elend der italienischen Politik.

Interview von Oliver Meiler

In der Hausbibliothek von Andrea Camilleri in Prati, einem schönen Viertel Roms, lichtdurchflutet. Hier, in dieser Wohnung gleich gegenüber von den alten Studios der staatlichen Radioanstalt Rai, für die der Sizilianer gearbeitet hat, lebt er seit vielen Jahren. Camilleri ist einer von Italiens erfolgreichsten lebenden Autoren. Mehr als hundert Bücher hat er geschrieben. International bekannt wurde er mit den Kriminalfällen des Kommissars Montalbano, den er nach seinem spanischen Freund und Schriftsteller Manolo Vázquez Montalbán benannte. Sie werden millionenfach verkauft, überall in der Welt. Die Verfilmungen der Krimis sind Quotenschlager in Italien, nur Spiele der Fußballnationalmannschaft treiben zuweilen noch mehr Leute vor den Fernseher. Camilleri ist 92 und fast ganz erblindet. Er redet mit verrauchter, sonorer Stimme und wird sich während des Gesprächs immer mal wieder eine Zigarette anstecken. Seine Assistentin Valentina Alferj zieht den Vorhang zu, das Sonnenlicht stört Camilleri.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Sara Nuru
"Für mich ist Bayern ein Gefühl: wohlig, heimisch, urig"
Tokyo
Corona-Pandemie
Was wir von Asien lernen können
SZ-Serie "Beziehungsweise", Folge 1
Gibt es Liebe ohne Sex?
Hendrik Streeck Portrait Session
Hendrik Streeck im Interview
"Wir werden noch lange mit dem Virus leben müssen"
Fahrrad im Test
Ab ins Gelände
Zur SZ-Startseite