In den zurückliegenden Wochen hing Amir Gudarzi viel am Handy. „Jetzt weiß ich wieder, wie das ist, wenn man süchtig ist“, sagt er – das Rauchen hat er vor einiger Zeit aufgegeben. Der 1986 in Teheran geborene Schriftsteller und Dramatiker, der nach der Niederschlagung der „Grünen Bewegung“ 2009 das Land verließ und nun in Wien lebt, suchte nach den wenigen Nachrichten, die trotz der Internetsperre aus Iran drangen. Mit böser Vorahnung: „Ich hatte die Befürchtung, dass es wieder zu einem Blutbad kommt.“
Iran„Die Zeit spielt gegen das Regime“
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Der Aufstand in Iran ist niedergeschlagen – wieder einmal. Aber was kommt nach der Gewalt? Neue Proteste, meint der österreichisch-iranische Schriftsteller Amir Gudarzi, der schon 2009 auf die Straße ging. Ein Gespräch über das Weitermachen.
Interview von Moritz Baumstieger
