Alle Wettbewerbsfilme der Berlinale 2014Am Kreuzweg zur Gewalt

Viele Filme der Berlinale spüren der Verzweiflung in Gesellschaften nach, die sich und ihre Werte aufgegeben haben. Ob im krisengeschüttelten Griechenland, in der Macho-Welt Argentiniens oder im aufstrebenden China - überall wächst die Einsamkeit.

Viele Filme der Berlinale spüren der Verzweiflung in Gesellschaften nach, die sich und ihre Werte aufgegeben haben. Ob im krisengeschüttelten Griechenland, in der Macho-Welt Argentiniens oder im aufstrebenden Chinas - überall wächst die Einsamkeit. Alle Wettbewerbsfilme im Überblick.

'71

Großbritannien 2014, 100 Min., Regie: Yann Demange, Darsteller: Jack O'Connell, Sean Harris, Richard Dormer, Paul Anderson

Um was es geht:

Der Nordirland-Konflikt entwickelt sich immer mehr zum Bürgerkrieg. Der junge Rekrut Gary wird zum Einsatz in Belfast befohlen. Die Situation dort gilt als unübersichtlich und überfordert selbst erfahrene militärische Befehlshaber. Die Stadt ist geteilt in "loyale" protestantische und "feindliche" katholische Gebiete. Auf einer Patrouille geraten die Soldaten in ein Handgemenge, einer von ihnen verliert seine Waffe. Gary und ein Kamerad folgen dem Dieb, der in der Menge untertaucht. Plötzlich muss sich Gary mitten im Feindesland allein behaupten.

Was den Film interessant machen könnte:

Regisseur Yann Demange versucht, die Sinnlosigkeit des Krieges zu entlarven, indem er zeigt, wie jeder Akt der Gewalt neue Gewalt hervorruft. Ein existentialistisches Drama über verdeckte Identitäten und schleichende Paranoia.

Fotos und Texte: Berlinale

6. Februar 2014, 11:382014-02-06 11:38:24 © SZ.de/pak/mkoh/leja